Adelnau (Posen)

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In Adelnau (poln. Odolanów) – im äußersten Süden der ehem. preußischen Prozinz Posen, wenige Kilometer südwestlich von Ostrowo – tauchen erste Hinweise auf jüdisches Leben gegen Ende des 18.Jahrhunderts auf. Eine Gemeinde bildete sich nach 1800 heraus.

Ende der 1820er Jahre wurde im Ort eine Synagoge errichtet, die einige wohlhabende Juden finanziert hatten. Anfang des 19.Jahrhunderts war auch ein jüdischer Friedhof angelegt worden; ein neues Begräbnisgelände wurde dann gegen Ende des 19.Jahrhunderts geschaffen. Zu den gemeindlichen Einrichtungen gehörte auch eine Mikwe.

Bis Anfang der 1870er Jahre besaß die Gemeinde einen eigenen Rabbiner; danach gab es einen jüdischen Lehrer/Kantor, der die rituellen Dinge besorgte. Eine jüdische Elementarschule gab es in Adelnau nicht; die Kinder besuchten die evangelische Ortsschule; Religionsunterricht soll ein Gemeindeangehöriger erteilt haben.

Juden in Adelnau:

--- 1794 ................  34 Juden,

--- 1816 ................  92   “  ,

--- 1830 ................ 129   “  ,

--- 1840 ................ 200   “  ,

--- 1850 ................ 227   “  ,

--- 1861 ................ 239   “  ,

--- 1871 ................ 227   “  ,

--- 1885 ................ 199   “  ,

--- 1900 ................ 166   “   (in ca. 25 Familien),

--- 1910 ................ 104   “  ,

--- 1921 ................  50   “  ,*   * andere Angabe: 27 Pers.

--- 1930 ................  15   “  .

Angaben aus: Odolanów, in: sztetl.org.pl

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verzogen die meisten der noch im Ort lebenden jüdischen Familien in Richtung Deutschland; zurückblieben nur sehr wenige. Diese wurden nach der deutschen Okkupation (Anfang Sept. 1939) verschleppt; ihr Ziel war das Ghetto Lodz.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der jüdische Friedhof fast völlig zerstört; deshalb sind heute auf dem Gelände keine Grabsteine ​​erhalten geblieben, nur ein Pfeiler des Tores zum ehemaligen Friedhof markiert noch dessen einstige Existenz.

 cmentarz żydowski w Odolanowie  cmentarz żydowski w Odolanowie

 Ehem. jüdisches Friedhofsgelände von Adelnau und Torrelikt Adelnau (Aufn. Krystyna Busza, aus: kirkuty.xip.pl)

Auch das Synagogengebäude wurde während der NS-Zeit verwüstet und diente nach 1945 längere Zeit als Wohn- und Lagerhaus; gegenwärtig ist es eine Ruine. Damit ist es das einzig noch verbliebene bauliche Relikt, das auf die einstige jüdische Gemeinde Odolanòws verweist.

Ehem. Synagogengebäude in Odolanów (Aufn. Jaroslaw Budyta, 2013)

Weitere Informationen:

A.Heppner/J.Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, Koschmin - Bromberg 1909

Sophia Kemlein, Die Emanzipation der Juden im Großherzogtum Posen 1815 - 1848, Magisterarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1987

Odolanów, in: sztetl.org.pl

K. Bielawski (Red.), Odolanów (Adelnau), in: kirkuty.xip.pl