Albisheim a. d. Pfrimm (Rheinland-Pfalz)

Albisheim mit derzeit ca. 1.800 Einwohnern ist ein Ortsteil der Verbandsgemeinde Göllheim im Donnersberg-Kreis – ca. 25 Kilometer westlich von Worms gelegen.

Im Dorf Albisheim liegen die Wurzeln der kleinen israelitischen Gemeinde in der ersten Hälfte des  18.Jahrhunderts. Juden wurden 1722 hier erstmals erwähnt. In der Folgezeit lassen sich (bis 1790) drei jüdische Familien mit ihren Angehörigen nachweisen.

Gottesdienstliche Zusammenkünfte in einer privaten Betstube sind seit ca. 1740 nachweisbar („... dieselbe besteht nicht als eigenes Gebäude, sonders das Haus ist Eigenthum von drey Familien, und wird das Local von denselben ohnentgeldlich abgegeben.“). Bis in die 1850er Jahre soll in Albisheim der Synagogenraum genutzt worden sein. Als dann die Albisheimer Juden der Kultusgemeinde Sausenheim zugeteilt wurden, soll auch der hiesige Betraum aufgegeben worden sein.

Ein kleines Begräbnisareal nördlich des Ortes (in Richtung Gauersheim) zählte seit den 1860er Jahren zu den gemeindlichen Einrichtungen; zuvor waren Verstorbene auf dem Friedhof in Kirchheimbolanden begraben worden.

Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Kaiserslautern.

Juden in Albisheim:

--- um 1790 ....................  3 jüdische Familien,

--- 1801 ....................... 20 Juden,

--- 1825 ....................... 38   “  ,

--- 1835 ....................... 35   “  ,

--- 1870 ....................... 44   “  ,

--- 1890 ....................... 37   “  ,

--- 1925 ....................... 36   “  (ca. 3% d. Dorfbev.),

--- 1933 .......................  8 jüdische Familien.

Angaben aus: Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “, S. 69

Mit ca. 45 Angehörigen erreichte die Albisheimer Judenschaft um 1860/1870 ihren zahlenmäßigen Höchststand.

Zu Beginn der 1930er Jahre lebten in der Ortschaft noch acht jüdische Familien, die nun mit dem benachbarten Gauersheim eine gemeinsame Kultusgemeinde bildeten.

Nachweislich wurden sieben jüdische Bewohner Albisheims Opfer der Shoa; weitere acht, die im Dorf gebürtig bzw. längere Zeit hier gelebt hatten, wurden von ihren neuen Wohnorten in die Vernichtungslager deportiert.

Nachdem jahrzehntelang im Ort keinerlei Hinweise (Gedenktafel o.ä.) auf das Vorhandensein einer jüdischen Gemeinde bzw. auf das Schicksal der in der NS-Zeit deportierten und ermordeten jüdischen Dorfbewohner vorhanden waren, ließ der Geschichts- und Heimatverein im Zusammenwirken mit der Ortsgemeinde im Jahre 2015 eine Gedenktafel anbringen, die namentlich der Shoa-Opfer der ehemaligen Kultusgemeinde gedenkt.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20401/Albisheim%20Gedenken%202501.jpg Aufn. Dieter Runck, 2015

 

Der kleine jüdische Friedhof in Albisheim (Aufn. aus: christen-und-juden.de)

vgl. auch dazu: Gauersheim (Rheinland-Pfalz)

Weitere Informationen:

Hermann Arnold, Von den Juden in der Pfalz, Speyer 1967, S. 18 u. S. 97 f.

Rüdiger Unger, Festschrift zur 1150-Jahr-Feier der Gemeinde Albisheim, 1986

Nordpfälzer Geschichtsverein (Hrg.), Jüdisches Leben in der Nordpfalz - Dokumentation, Verlag F. Arbogast, Otterbach 1992, S. 31, S. 54/55

Bernhard Kukatzki, Jüdische Kultuseinrichtungen in der Verbandsgemeinde Göllheim. Synagogen, Friefhöfe und Ritualbäder in Albisheim, Biedesheim, Bubenheim, Göllheim und Weitersweiler, Schifferstadt 1996, S. 25

Rüdiger Unger, Die jüdischen Friedhöfe von Albisheim und Gauersheim, in: Donnersberg-Jahrbuch 21/1998, S. 130 ff.

Albisheim, in: alemannia-judaica.de

S. Fischbach/I. Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “ Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland , Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 69

Otmar Weber, Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz, Hrg. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz (Landau), Dahn 2005, S. 40/41

Rainer Schroedel (Bearb.), Der jüdische Friedhof von Albisheim, Hrg. Ortsgemeinde Albisheim, 2008 - entnommen aus: Rüdiger Unger, Festschrift zur 1150-Jahr-Feier der Gemeinde Albisheim von 1986 (online abrufbar unter: albisheim-pfrimm.de)

Detlef Uhrig, Auslöschen des jüdischen Lebens, Flucht, Deportation und Vernichtung, Kaiserslautern 2015 (online abrufbar unter: detlefuhrig.de)

Verfolgt - vertrieben - deportiert - ermordet - Juden in Albisheim (Broschüre), hrg. vom Geschichts- und Heimatverein Albisheim/Pfrimm e.V., 2015 (online abrufbar unter: detlefuhrig.de)