Dettweiler (Elsass)

Das im Unterelsass gelegene kleine Städtchen Dettweiler mit derzeit ca. 2.600 Einwohnern trägt den franz. Ortsnamen Dettwiller.

Die ersten Anfänge einer jüdischen Gemeinde in Dettweiler reichen bis ins ausgehende 17.Jahrhundert zurück. Bereits im 18.Jahrhundert war ein Bethaus vorhanden. Ihre neue Synagoge konnte die Gemeinde an gleicher Stelle 1851 einweihen, nachdem das alte Gebäude wegen Einsturzgefahr nicht mehr benutzt werden konnte. Finanzielle Unterstützung für den Neubau, den der Stadtbaumeister Maestlé aus Zabern erstellte, wurde seitens der Kommunalgemeinde geleistet. Im Keller der Synagoge war eine Mikwe untergebracht.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20266/Dettwiller%20Synagogue%20181.jpg http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20266/Dettwiller%20Synagogue%20180.jpg

Synagogengebäude in Dettweiler (beide Aufn. M. Rothé, um 1985/1990 ?)

Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der neben der religiösen Unterweisung der Kinder auch als Vorbeter und Schochet tätig war.

In der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 8.Febr. 1900 wird eine „skandalöse Geschichte“ aus dem Leben der jüdischen Gemeinde Dettweiler berichtet:

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20102/Dettweiler%20Elsass%20Israelit%2008021900.jpg

Die Judenschaft Dettweilers gehörte dem Rabbinat Zabern (Saverne) an.

Juden in Dettweiler:

    --- 1784 ..................... ca. 100 Juden (in 18 Familien),

    --- 1807 ......................... 107   “  ,

    --- 1846 ......................... 158   “  ,

    --- 1866 ......................... 163   “  ,

    --- 1910 .........................  97   “  ,

    --- 1936 .........................  39   “  ,

    --- 1953 .........................  24   “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 33

Die Deportation der jüdischen Bewohner Dettweilers nach Südfrankreich (1940) bedeutete das vorläufige Ende der israelitischen Gemeinde.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Synagoge schwer beschädigt, die Frauenempore völlig zerstört; nach einer umfassenden Renovierung diente das Gebäude bis um 1960 wieder als Gotteshaus.

Ehem. Synagogengebäude in Dettwiller (Aufn. Pnauny, 2008, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Nach 1945 kehrten nur wenige jüdische Bewohner nach Dettwiller zurück.

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

Dettwiller, in: alemannia-judaica.de