Friedelsheim (Rheinland-Pfalz)

Bildergebnis für friedelsheim karte postleitzahl  Friedelsheim ist heute ein derzeit ca. 1.400 Einwohner zählender Ortsteil der Verbandsgemeinde Wachenheim an der Weinstraße im Kreis Bad Dürkheim (Karte aus: suche-postleitzahl.org).

Im Winzerdorf Friedelsheim wurden die ersten Juden nachweislich im 18. Jahrhundert ansässig; um 1850 zählte die israelitische Gemeinde immerhin fast 20 Familien; danach ging ihre Anzahl stetig zurück. An gemeindlichen Einrichtungen waren eine Synagoge, eine Religionsschule und eine Mikwe vorhanden, die im Synagogengebäude untergebracht war. Da zum Betreiben des rituellen Bades nach den religiösen Geboten fließendes Wasser notwendig war, hatte die Gemeinde das Synagogengebäude am Schwabenbach errichtet. Vorläufer dieser 1853 erstellten Synagoge war ein älteres Gebäude im Unterdorf, das jahrzehntelang gottesdienstlich genutzt und sich gegen Mitte des Jahrhunderts in einem maroden Zustand befand.

Ob die kleine Gemeinde zeitweilig einen eigenen Lehrer besaß, ist nicht nachweisbar, aber für die Zeit um Mitte des 19.Jahrhunderts recht wahrscheinlich.

Ehemaliges Synagogengebäude (Aufn. um 1985, aus: Archiv Fücks)

Verstorbene Juden aus Friedelsheim und Gönnheim fanden - wie auch Angehörige zahlreicher Gemeinden der Region - auf dem seit dem beginnenden 16.Jahrhundert bestehenden Friedhof („judengrüben“) in Wachenheim ihre letzte Ruhe.

                           Impression vom Wachenheimer Friedhof (Aufn. aus: gastlandschaften.de)

Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Frankenthal.

Juden in Friedelsheim:

--- 1801 ........................ 38 Juden (ca. 8% d. Bevölk.),* * mit Gönnheim

--- 1825 ........................ 46   “  ,

--- 1848 ........................ 61   “   (in 18 Familien),

--- 1875 ........................ 49   “  ,

--- 1900 ........................ 28   “  ,

--- 1920 ......................... ?   “  .

Angaben aus: Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. .., S. 156

Das Mitte des 19.Jahrhunderts erbaute Synagogengebäude (Bahnhofstraße) wurde 1922 verkauft, zu einem Zeitpunkt, als die hiesige Gemeinde bereits aufgelöst war. Die noch verbliebenen jüdischen Dorfbewohner gehörten fortan der Kultusgemeinde Bad Dürkheim an.

Das ehemalige Synagogengebäude diente nach einem Umbau anschließend Wohnzwecken; seit den 1990er Jahren ist das Gebäude als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt.

Weitere Informationen:

Friedrich-August Pietsch, Friedelsheim. Ein Winzerdorf mit großer Vergangenheit, Friedelsheim 1976

Hermann Arnold, Juden in der Pfalz - Vom Leben pfälzischer Juden, Pfälzische Verlagsanstalt, Landau/Pfalz 1988

Bernhard Kukatzki, „Wo die toten Menschen schweigen, da sprechen um so lauter die lebendingen Steine“ - eine Bestandsaufnahme von nach 1945 in der Pfalz erhaltenen Synagogenbauten und – resten, in: Alfred Hans Kuby (Hrg.), Juden in der Provinz. Beiträge zur Geschichte der Juden in der Pfalz zwischen Emanzipation und Vernichtung, Neustadt/Weinstraße 1988, S. 195 ff.

Alfred Hans Kuby (Hrg.), Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, 1992

Kurt Düppel/Wolfgang Meyer, Eine Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Stadt Wachenheim, 2.Aufl., Wachenheim 2003

Friedelsheim, in: alemannia-judaica.de

Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland, Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 156

Otmar Weber, Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz, Hrg. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz (Landau), Dahn 2005, S. 69 f.