Epfig (Elsass)

Die kleine unterelsässische Ortschaft Epfig mit derzeit ca. 2.300 Einwohnern liegt zwischen Straßburg und Colmar.

Im unterelsässischen Epfig existierte vermutlich seit dem ausgehenden 17./beginnenden 18.Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, deren Blütezeit um 1840/1860 war; damals zählte die Epfiger Judenschaft ca. 200 Personen. Die Synagoge in Epfig wurde im Jahre 1826 eingeweiht.

               Ehem. Synagoge in Epfig (aus M.Rothé)

                     aus der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 27.Febr. 1878  

Ihre Verstorbenen begrub die Gemeinde auf dem großen jüdischen Verebandsfriedhof in Rosenweiler (Rosenwiller).

Der jüdische Friedhof in Rosenweiler/Rosenwiller ist der größte jüdische Friedhof im Elsass und zugleich einer der größten jüdischen Verbandsfriedhöfe in Mitteleuropa. Folgende jüdische Gemeinden aus dem Unter-Elsass bestatteten hier ihre Toten (teilweise haben diese Gemeinden im 18. oder 19. Jahrhundert eigene Friedhöfe angelegt): Balbronn, Baldenheim, Barr, Bergheim, Biesheim, Bischheim, Bonhomme, Brumath, Buswiller, Dambach, Dangolsheim, Diebolsheim, Dinsheim, Duppigheim, Duttlenheim, Eckbolsheim, Epernay, Ettingen, Fegersheim, Grusenheim, Gunstett, Kaysersberg, Kolbsheim, Krautergersheim, Kuttolsheim, Lingolsheim, Molsheim, Mutzig, Niedernai, Obernai, Oberschaeffolsheim, Osthoffen, Ottrott-le-Bas, Rosheim, Scharrachbergheim, Schirmeck, Soultz, Stotzheim, Strasbourg, Traenheim, Valff und Zellwiller.

Auf dem etwa 40.000 m² großen Begräbnisareal lassen sich nahezu 6.500 Grabstätten nachweisen. Die meisten Grabsteine stammen aus der Zeit des 18. und beginnenden 19.Jahrhunderts.

Anm.: In Rosenweiler bestand zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde; im Dorf hatten stets nur vereinzelt jüdische Familien gelebt.

Die Epfiger Judengemeinde unterstand dem Rabbinat Dambach, nach 1910 dem Rabbinat Barr.

Juden in Epfig:

         --- 1784 ..........................  12 jüdische Familien,

    --- 1807 .......................... 120 Juden,

    --- 1846 .......................... 200   “  ,

    --- 1861 .......................... 178   “  ,

    --- 1870 .......................... 145   “  ,

    --- 1900 ..........................  58   “  ,

    --- 1910 ..........................  39   “  ,

    --- 1936 ..........................  22   “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 34

Nach dem Ersten Weltkriege war die jüdische Gemeinde in Auflösung begriffen. Das Synagogengebäude, in dem vermutlich bis Anfang der 1930er Jahre Gottesdienste abgehalten wurden, ging in Privatbesitz über und wurde als Raum zur Tabaktrocknung genutzt.

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

Epfig, in: alemannia-judaica.de