Habsheim (Elsass)

Im oberelsässischen Habsheim - etwa sieben Kilometer südöstlich von Mülhausen gelegen - existierte seit dem 18.Jahrhundert eine jüdische Gemeinde. Allerdings wurden schon im 15.Jahrhundert Juden in Habsheim erwähnt. Um 1840/1860 erreichte die Gemeinde mit knapp 200 Angehörigen ihren zahlenmäßigen Höchststand.

Ein seitens der Kultusgemeinde angestellter Lehrer war neben der religiösen Unterrichtung der Kinder auch für die rituellen Belange zuständig.

Die Gemeinde gehörte vor 1910 zum Rabbinat Rixheim, danach zu dem von Dornach bzw. Mülhausen (Mulhouse).

Juden in Habsheim:

        --- 1784 ................ 29 jüdische Familien,

    --- 1807 ................   ? Juden (ca. 10% d. Bevölk.),

    --- 1846 ................ 187   “  ,

    --- 1861 ................ 174   “  ,

    --- 1900 ................  68   “  ,

    --- 1936 ................  11   “  ,

    --- 1940 ................  keine.

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 46

Um die Zeit des Ersten Weltkrieges löste sich die jüdische Gemeinde in Habsheim völlig auf; es blieben nur einige ältere Menschen zurück. Zu Beginn der deutschen Okkupation (1940) wurden die wenigen noch im Dorf verbliebenen jüdischen Personen nach Südfrankreich deportiert.

Das ehemalige Synagogengebäude, das in den 1920er Jahren aufgegeben und verkauft worden war, diente danach als Lager- bzw. Abstellplatz. Einige Relikte im Innern lassen noch heute die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes erkennen, so z.B. der Aufsatz des Thora-Schreins.

          Portal über dem Thora-Schrein (Aufn. Bürgermeisterei Habsheim)

Neben dem ehemaligen Synagogengebäude befindet sich noch heute das einstige jüdische Schulhaus (mit Wohnung des Lehrers), das schon viele Jahrzehnte hinweg als Wohnhaus genutzt wird.

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992, S. 162

Habsheim, in: alemannia-judaica.de