Hartmannsweiler (Elsass)

Bildergebnis für elsass gebweiler kreis karte Das im Oberelsass am Fuße der Vogesen, nordwestlich von Mülhausen (Mulhouse) gelegene Hartmannsweiler ist das frz. Hartmannswiller; die kleine Ortschaft mit ihren ca. 600 Einwohnern gehört heute zur Verbandsgemeinde Guebwiller.

Die Anfänge einer neuzeitlichen jüdischen Gemeinde reichen in Hartmannsweiler vermutlich bis ins 17.Jahrhundert zurück. Möglicherweise hielten sich bereits im 14.Jahrhundert jüdische Familien vorübergehend im Dorf auf.

An religiösen Einrichtungen bestanden eine Synagoge, eine Schule und ein rituelles Bad.

Ein eigener Begräbnisplatz war hier nicht vorhanden; verstorbene Gemeindeangehörige wurden auf dem jüdischen Friedhof in Jungholtz beigesetzt.

Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat Soultz, nach 1910 zum Rabbinat Guebwiller.      

Juden in Hartmannsweiler:

    --- um 1785 ................... ca. 80 Juden (in 18 Familien),

--- um 1810 ...................  ca. 60  “  ,

--- 1846 ..........................  76  “  ,

--- 1861 ..........................  63  “  ,

--- 1880 ..........................  45  “  ,

--- 1895 ..........................  25  “  ,

--- 1910 ..........................  16  “  ,

--- 1936 ..........................  24  “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 54

Das Synagogengebäude muss zu Beginn des 20.Jahrhunderts profaniert worden sein; danach diente es dem neuen Besitzer als Brennerei.

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen wurden die noch im Dorf verbliebenen jüdischen Bewohner nach Südfrankreich abgeschoben.

Nach 1945 lebten in Hartmannswiller keine jüdischen Familien.

Das vor mehr als 100 Jahren genutzte ehemalige Synagogengebäude steht heute immer noch.

                                           Ehem. Synagogengebäude (Aufn. um 1995, aus: cdhf.net)

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992, S. 164

Hartmannswiller, in: alemannia-judaica.de