Münsterappel (Rheinland-Pfalz)

Bildergebnis für münsterappel karte postleitzahl Münsterappel mit seinen derzeit ca. 500 Einwohnern ist heute ein Teil der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel im Donnersbergkreis - südlich von Bad Kreuznach gelegen (Karte aus: suche-postleitzahl.org).

Erstmals wird die Existenz eines Juden in Münsterappel Mitte des 16.Jahrhunderts erwähnt; danach setzen erst wieder in den 1670er Jahren urkundliche Hinweise auf Juden ein. Die hier bestehende kleine Landgemeinde erreichte um 1830 mit knapp 80 Personen ihren Höchststand.

Nachdem drei Jahrzehnte ein Betraum in einem Privathaus gottesdienstlichen Treffen gedient hatte, konnte 1834 der Bau der schon länger geplanten Synagogen realisiert werden; das eingeschossige, schlichte Bethaus trug über dem Eingang die Worte „Dies ist das Tor zum HERRN, Gerechte ziehen durch es hinein"; das Gebäude wurde bis ca. 1875 gottesdienstlich genutzt.

Ein Begräbnisgelände - an einem Abhang westlich des Ortes gelegen - wurde gegen Ende des 18.Jahrhunderts angelegt; hier fanden auch verstorbene Glaubensgenossen aus Kriegsfeld und Winterborn ihre letzte Ruhe.

Juden in Münsterappel:

        --- 1804 ......................... 25 Juden, 

    --- 1810 .........................  5 jüdische Familien,

    --- 1825 ......................... 75 Juden (ca. 12% d. Bevölk.),  

    --- 1829 ......................... 79   “  ,

    --- um 1845 ...................... 15 jüdische Familien,

    --- 1855 ......................... 66 Juden,

    --- 1867 ......................... 31   “  ,

--- 1880 .........................  6   “  .

Angaben aus: Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “, S. 276

Nachdem sich die Zahl der Gemeindeangehörigen innerhalb nur zweier Jahrzehnte auf drei Familien reduziert hatte, löste sich die Gemeinde auf; die kleine Synagoge ging nun in den Besitz der Kultusgemeinde Gaugrehweiler über, die auch die noch in Münsterappel lebenden Juden aufnahm. Schon wenige Jahre später veräußerte die Kultusgemeinde Gaugrehweiler das ihr zugefallene Bethaus, da „daßselbe nicht bewohnbar, also unbenützt leer steht“. Der neue Besitzer baute das Gebäude zu einem Wohnhaus um. Mit dem Tode des letzten jüdischen Bewohners 1882 endete jegliches jüdisches Leben in Münsterappel.

Das ehemalige Synagogengebäude in der Hintergasse ist heute noch erhalten; sichtbarer Hinweis auf dessen einstige Bestimmung sind die an der Ostwand befindlichen Rundbogenfenster.

Der an einem Abhang liegende jüdische Friedhof an der Straße nach Kalkofen ("Am Forstberg"), der vermutlich bis um 1900 in Benutzung war, weist derzeit ca. 25 Grabsteine auf. 

Bildergebnis für münsterappel jüdischer Friedhof Friedhofsareal Münsterappel (Aufn. aus: juedische-friedhoefe. info)

Weitere Informationen:

Paul Karmann, Die Friedhöfe, in: Jüdisches Leben in der Nordpfalz. Eine Dokumentation des Nordpfälzer Geschichtsvereins, 1992, S. 72   

Bernhard Kukatzki, Juden in Münsterappel. Spuren ihrer Geschichte 1555 - 1882, Landau 1999

Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland, Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 276

Otmar Weber, Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz, Hrg. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz (Landau), Dahn 2005, S. 116 

Münsterappel, in: alemannia-judaica.de