Regensburg/Donau (Bayern)

Regensburg an der Donau ist eine Großstadt mit derzeit ca. 140.000 Einwohnern Stadt in Ostbayern und Zentrum des Bezirks Oberpfalz. 

Regensburg/Donau auf der Bayernkarte von Ph. Apian von 1568 (Abb. aus: regensburger-tagebuch.de)

Die Anfänge jüdischen Lebens in der Stadt Regensburg reichen bis in die Zeit der Karolinger zurück; die jüdische Gemeinde von Regensburg zählt damit zu den ältesten jüdischen Gemeinden in Deutschland und zu den bedeutendsten im mittelalterlichen Europa. Im Jahre 981 wurde erstmals jüdisches Leben in Regensburg urkundlich erwähnt (damit erstmalige Nennung einer jüdischen Gemeinde auf bayrischem Gebiet). Um 1020 wird von einer jüdischen Siedlung („habitacula Judaeorum”) gesprochen. Kaiser Heinrich IV. und Friedrich I. Barbarossa sicherten den Regensburger Juden schriftlich ihre Rechte zu; so stattete letzterer 1182 sie mit einem Privileg für den Silber- und Goldhandel aus. 1233 übertrug König Heinrich VII. dem Bischof von Regensburg das Judenregal.

Ab dem 13.Jahrhundert lebten die Juden in der ummauerten „Judenstadt“, deren Tore bei Einbruch der Dunkelheit verschlossen wurden. Während der Karwoche blieb das jüdische Ghetto ganz geschlossen. Die mittelalterliche jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, nach Worms und Prag einer der größten im damaligen Mitteleuropa, und eine Talmud-Hochschule. Die Jeschiwa am Neupfarrplatz war von 1150/1160 bis 1517 - also mehr als drei Jahrhunderte lang - ein bedeutendes theologisches Zentrum in Mitteleuropa und war zeitweilig „Drehscheibe“ jüdischer Gelehrsamkeit zwischen den großen rheinländischen Gemeinden Mainz, Speyer und Worms und denen Osteuropas bis hin nach Kiew. Wohl einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten seiner Zeit war der Rabbiner Jehuda ben Samuel he-Chasid („Jehuda der Fromme“), der 1195/1196 nach Regensburg gekommen war. Einer seiner Vorgänger war Rabbi Efraim ben Isaak, der wegen seiner Gelehrsamkeit unter den Talmudisten als „Efraim der Große aus Regensburg“ in die Geschichte einging.

1210 wurde erstmals ein Friedhof urkundlich genannt; dieser wurde bis 1519 genutzt; auf dem Areal wurden auch Verstorbene aus der weiteren Umgebung begraben; so gestattete 1325 Bischof Nikolaus den Juden in Nieder- und Oberbayern, ihre Toten auf dem Wasser- oder Landweg "zollfrei" (!) zur Beisetzung nach Regensburg zu bringen. Der jüdische Friedhof wurde bis zur Vertreibung der Juden aus der Stadt 1519 genutzt; danach wurde das Gelände eingeebnet und die Grabsteine entfernt (auf dem Areal sollen damals mehr als 4.000 Steine gestanden haben); sie wurden in der Stadt und anderen Orten als Baumaterial benutzt; einige wenige haben auf diese Weise die Jahrhunderte überdauert.

                    

         links: Talmud-Schüler in Regensburg - rechts: Moses empfängt die zehn Gebotstafeln (Miniatur aus dem Regensburger Pentateuch, um 1300)

                        

                             Modell der spätmittelalterlichen Synagoge            Siegel der damaligen Regensburger Gemeinde

Während der allgemeinen Judenverfolgungen im 13. und 14.Jahrhundert schützten Rat und Patriziat der Stadt „seine“ Juden und boten sogar Asyl für Vertriebene aus Augsburg, Nürnberg und Wien an - auch aus eigennützigen Motiven; so wurde die jüdische Gemeinde mit immer mehr Steuern belastet. Die meisten Regensburger Juden waren damals im Geldgeschäft und im Handel tätig.

Im Frühjahr 1476 wurden insgesamt 17 Mitglieder der jüdischen Gemeinde von der Stadt Regensburg inhaftiert und angeklagt, sechs Christenkinder rituell ermordet zu haben.

 Propagandablatt zum Ritualmordvorwurf in Regensburg (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Dieser sog. Ritualmordprozess stand dabei in engem Kontext mit einem in etwa zeitgleich durchgeführten Ritualmordprozess in Trient. Erst eine Intervention seitens des Kaisers Friedrich III. führte zur Freilassung der Regensburger Juden. Obwohl kein Urteilsspruch erging, erpresste die Stadt zum einen ein Lösegeld von insgesamt 18.000 Gulden und zum anderen die Zusicherung der Freigelassenen, keine Vergeltung für den durch die Haft erlittenen wirtschaftlichen Schaden zu nehmen.

Hinweis: Für das Jahr 1476 ist für Regensburg ein sog. „Hostienfrevel“ überliefert, der jedoch keinen jüdischen Hintergrund hatte. So soll ein junger Dieb von ihm gestohlene, geweihte Hostien in den Keller eines Hauses geworfen haben. Nach dessen Ergreifung wurde seine „Freveltat“ nicht mit dem Tode, sondern lediglich mit dessen Auspeitschung bestraft. Altarflügeltafeln einer längst profanierten Kapelle zeigen die Vorgänge von 1476. Im 19.Jahrhundert wurde der sog. „Regensburger Hostienfrevel“ zu einer „jüdischen Freveltat“ umgemünzt.

Mit dem Wirken des Dompredigers Balthasar Hubmaier lebte ab 1516 die religiös motivierte Judenfeindschaft in Regensburg wieder auf; er war es, der die Ritualmordbeschuldigungen erneut erhob und damit bei der Bevölkerung „Erfolg“ hatte. Im Februar 1519 endete dann schließlich die Regensburger Toleranz: Nach dem Tode ihres Schutzherrn, Kaiser Maximilians, wurden die letzten 500 jüdischen Bewohner - mit ihnen auch 80 Studenten der Talmudschule - von fanatischen Christen aus Regensburg vertrieben, ihre Synagoge abgerissen und an deren Stelle eine Kapelle erbaut. Damit war die letzte große Judengemeinde Deutschlands zerstört. Angeblich sollte mit der Ausweisung der Juden aus der Stadt ein drohender Pogrom des aufgebrachten Stadtvolks verhindert werden. Ein Teil der vertriebenen Juden ließ sich in Sallern und Stadtamhof nieder; in beiden Orten gab es von 1519 bis 1577 Judengemeinden mit jeweils eigener Synagoge und einem gemeinsamen Friedhof.

Außenansicht der mittelalterlichen Synagoge mit Neupfarrkirche im Hintergrund (Skizze, vermutlich von A. Altdörfer)

 

 Synagoge unmittelbar vor ihrer Zerstörung 1519 - Radierungen Albrecht Altdörfer (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Ansicht von Regensburg – Schedelsche Weltchronik, um 1500 (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Trotz des der Reichsstadt verliehenen „Privilegiums de non recipiendis Judaeis” musste Regensburg in der Folgezeit von der Herrschaft auserwählte jüdische Familien in seinen Mauern dulden; so ließen sich in den 1660er Jahren jüdische Familien - teilweise aus Prag kommend - in der Stadt nieder. Aber erst Ende des 18.Jahrhunderts entstand eine neue jüdische Gemeinde in Regensburg. 1841 wurde nach Umbau eines Bürgerhauses eine Synagoge in der Unteren Bachgasse eingeweiht; ihr war eine israelitische Elementarschule angebunden. In einem Bericht in der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums“ vom 31.Juli 1841 hieß es:

Am 2. April dieses Jahres fand die feierliche Einweihung der Synagoge statt. Um 2 Uhr Nachmittag versammelten sich die sämtlichen Gemeindeglieder im Gemeindehaus wo die Thoras herrlich geschmückt aufgestellt waren; nach beendigtem Micha-Gebet setzte sich der Zug in Bewegung. Voran schritten die beiden Rabbinatsverweser in ihrer Amtskleidung, ihnen folgten die beiden Kultus-Vorstände und die sämtlichen Gemeindeglieder Paar und Paar, jeder eine Thora tragend, den Zug schlossen die Jünglinge festlich geschmückt, welche brennende Wachskerzen trugen. In der Synagoge angelangt, stimmte der Chor, welcher auf der Galerie der Frauen errichtet und größtenteils aus der Schuljugend gebildet war, unter dem Schall der Posaunen ein feierliche Halleluja an. Die Thora tragenden, sowie die Jünglinge mit ihren Wachskerzen stellten sich zu den beiden Seiten auf. Die beiden Rabbinatsverweser rezitierten abwechselnd das Gebet Mah towu sowie den 84. Psalm: hierauf sang der Chor unter Musikbegleitung das Lied No. 208 Johlsohns Gesangbuch, während dem bestiegen die beiden Rabbinatsverweser die Stufen des zu dieser Feier verfaßten Hymnus in hebräischer Sprache. Nachdem sofort Herr Dr. Schlenker das Gebet für König und Vaterland gesprochen, endigte noch ein Choralgesang den Gottesdienst. Repräsentanten der königlichen Zivil- und Militärbehörden, des Stadtmagistrates, sowie der Geistlichkeit der beiden christlichen Konfessionen wohnten dieser Feier an, welche in freudigem und bleibendem Andenken sich immerdar erhalten wird und den schönen Beweis lieferte, was auch geringe Kräfte vermögen, wenn es sich um die höchsten Interessen des menschlichen Gemütes, um den ehrwürdigen Glauben der Väter und um das heilige Vermächtnis der von ihnen überkommenen Gottesverehrung handelt

   http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20131/Regensburg%20Meyer%20021.jpg

(alte) Regensburger Synagoge von 1841, Untere Bachgasse (Archiv Stadt Regensburg)

Der 1822 angelegte Friedhof der Regensburger Juden befand sich an der Schillerstraße in der Nähe des Stadtparks. Das Wachstum der Gemeinde machte eine Vergrößerung des Begräbnisareals notwendig, das 1867 erfolgte; zwei Jahre später errichtete man hier eine neue Leichenhalle.

Seit Anfang der 1880er Jahre besaß die jüdische Volksschule, deren Schülerzahl inzwischen gewachsen war, ihr eigenes Gebäude am Neupfarrplatz.

Von 1831 bis zum seinem Tode (1860) war Dr. Seligmann Schlenker Rabbiner in Regensburg, der durch seine gottesdienstlichen Reformversuche in Konflikt mit den religiös-orthodox ausgerichteten Kreisen geriet. Zwischen den Jahren 1860 und 1881 stellte die Regensburger Gemeinde keinen eigenen Rabbiner an, sondern beauftragte als Rabbinatsverwalter den Sulzbürger Distriktsrabbiner Dr. Mayer David Löwenmayer, der damit außer Sulzbürg, Thalmässing und Neumarkt nun auch Regensburg betreute.

 Nachdem die Regensburger Gemeinde fast zwei Jahrzehnte ohne eigenen örtlichen Rabbiner bestanden hatte, wurde 1882 Dr. Seligmann Meyer aus Berlin zum neuen Rabbiner gewählt. Während seiner Tätigkeit kam es mehrfach zu Dissonanzen innerhalb der Gemeinde, die sich besonders an organisatorischen Fragen festmachten. Mehr als vier Jahrzehnte übte Dr. Seligmann Meyer das Rabbineramt in Regensburg aus (bis 1925).

                     aus: „CV-Zeitung" vom 15. Jan. 1926

In seine Amtszeit fiel auch der 1911/1912 erfolgte Synagogenneubau am Brixener Hof in der Schäffnerstraße; die bisher genutzte Synagoge in der Unteren Bachgasse war baufällig geworden und entsprach nicht mehr den Ansprüchen der Gemeinde. In der „Allgemeinen Zeitung des Judentums“ vom 11.Sept. 1912 wurde über die Einweihung wie folgt berichtet:

Regensburg, 6. September 1912. Die Einweihung der neu erbauten Synagoge der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde fand in feierlicher Weise statt. Der erste Vorstand der Kultusgemeinde, Rechtsanwalt Dr. Heidecker, überreichte den Schlüssel der Synagoge dem rechtskundigen Bürgermeister Dr. Geßler und dieser dem Distriktsrabbiner Dr. Meyer, der dann das Gotteshaus eröffnete. Rechtsanwalt Dr. Heidecker, ferner die beiden Rabbiner von Neumarkt und Nürnberg sowie der rechtskundige Bürgermeister hielten Ansprachen. Die Haupt- und Festrede hielt der Distriktsrabbiner. An der Feier nehmen die Spitzen der Behörden, die städtischen Kollegien sowie eine große Anzahl von Festgästen von hier und auswärts teil. An die Einweihungsfeier reihte sich noch ein Festessen an, bei welchem sich der größte Teil der Mitglieder der Kultusgemeinde Regensburg beteiligte und das in der animiertesten Stimmung verlief. Während des Festes wurde nachstehendes Huldigungstelegramm an den Prinzregenten gerichtet: „Die israelitische Kultusgemeinde Regensburg, anläßlich ihrer heutigen Synagogeneinweihung festlich vereint, blickt dankbaren Herzens zu Eurer Königlichen Hoheit empor und bittet die Versicherung unwandelbarer Treue und Ergebenheit huldvollst entgegennehmen zu wollen.“ - Zur großen Freude aller Teilnehmer traf noch abends folgende Antwort ein: „Seine Königliche Hoheit der Prinzregent haben die treu empfundene Huldigung der zur Einweihungsfeier festlich versammelten israelitischen Kultusgemeinde Regensburg gern entgegengenommen und entbieten allen Teilnehmern freundlichen Dank. Im allerhöchsten Auftrag: Freiherr von Wiedemann, Generaladjutant.

   

Regensburger Synagoge (links: hist. Aufn., Stadtarchiv;  rechts: hist. Bildpostkarte)

Über dem ovalen Grundriss der neuen Synagoge wölbte sich eine monumentale Kuppel; im Gebäude fanden etwa 290 Männer und 180 Frauen Platz; für Frauen und Männer gab es zwei getrennte Eingänge. Im angrenzenden Gemeindehaus war die jüdische Volksschule untergebracht; ein Raum diente als Wochentagssynagoge; andere Räume waren als Wohnungen für Kantor und Hausmeister ausgelegt. Im Keller befand sich das Frauenbad.

Stellenangebote der jüdischen Gemeinde aus den Jahren 1884 – 1893 – 1903:


 Juden in Regensburg:

        --- um 1410 ........................ ca.   300 Juden,

    --- um 1510 ........................ ca.   700   “  ,

    --- 1811 ...............................   127   “  (in 25 Familien),

    --- 1861 ........................... ca.   130   “  (in 17 Familien),

    --- 1863 ...............................   227   “  ,

    --- 1866 ...............................   318   “  ,

    --- 1871 ...............................   430   “  ,

    --- 1875 ...............................   559   “  ,

    --- 1880 ...............................   675   “  (ca. 2% d. Bevölk.),

    --- 1903 ...............................   540   “  ,

    --- 1910 ...............................   493   “  ,

    --- 1925 ...............................   478   “  ,*     *andere Angabe: 514 Pers.

    --- 1933 ...............................   427   “  ,

    --- 1935 (Juli) ........................   364   “  ,

    --- 1937 (Jan.) ........................   310   “  ,

    --- 1938 (Okt.) .................... ca.   360   “  ,

    --- 1939 (Mai) .........................   226   “  ,

    --- 1942 (Nov.) ........................    18   “  ,

    --- 1945 (Febr.) .......................    17   “  ,

    --- 1950 ........................... ca.   290   “  ,

    --- 1970 ...............................   140   “  ,

    --- 1996 ........................... ca.   190   “  ,

    --- 2010 ........................... ca. 1.000   "  .

Angaben aus: Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann, Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918 - 1945, S. 15 + S. 86

und                 Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden, S. 90

Blick auf Regensburg um 1900 (Aufn. aus: wikipedia.org, CCO)

Im Wirtschaftsleben Regensburgs spielten jüdische Geschäftsleute um 1900 eine wichtige Rolle; neben führenden Positionen beim Hopfen- und Viehhandel waren sie auch im Handel mit Kleidung/Textilien und im Bankwesen einflussreich; so war z.B. die Hälfte der 14 Privatbanken der Stadt in jüdischem Besitz. Neben dem Warenhaus Tietz existierten in Regensburg zu Beginn des 20.Jahrhunderts mehr als 60 Geschäfte mit jüdischen Eigentümern.

Bereits in den 1920er Jahren war der jüdische Friedhof von Nationalsozialisten geschändet worden; auch antisemitische Veranstaltungen wurden in Regensburg abgehalten. Mit Beginn der NS-Herrschaft wurden die antisemitischen Attacken stärker; hinzu kam der wirtschaftliche Boykott jüdischer Unternehmen und Geschäfte, der auch gewaltsam durchgesetzt wurde; so wurden Juden verprügelt, als sie auf dem Markt ihre Stände aufbauen wollten. Ende März 1933 wurden mehr als 100 Regensburger Juden, fast ausnahmslos Geschäftsleute, von der SA für einen Tag „in Schutzhaft“ genommen und wurden in der Lokalpresse namentlich an den Pranger gestellt. Am 31. März 1933 zog ein von der NSDAP organisierter Demonstrationszug durch die Innenstadt; dabei wurden antijüdische Transparente antijüdischen Inhalts mitgeführt; am Schluss stand eine Ansprache, die „die Machenschaften der internationalen Börsen- und Bankjuden” geißelte. Am 1.4.1933 wurde dann auch in Regensburg der Boykott jüdischer Geschäfte durchgeführt; wie fast überall in Deutschland standen auch in Regensburg SA-Posten vor jüdischen Geschäften.

Infolge der Abwanderung vor allem jüngerer jüdischer Bürger aus Regensburg - zwischen 1933 und 1938 verließen fast 270 Gemeindemitglieder die Stadt, meist in Richtung Palästina - war der verbliebene Bevölkerungsteil überaltert; um sie zu versorgen, richtete die Gemeinde in der Weißenburger Straße ein Altersheim ein, das später als ein Sammelpunkt für die Deportationen nach Theresienstadt diente.

Im Sommer 1938 wurden sämtliche Schaufenster der jüdischen Geschäfte Regensburgs mit roter Farbe beschmiert, um die „Arisierung“ voranzutreiben. Anfang November 1938 - kurz vor dem Novemberpogrom - hielten sich noch etwa 350 Juden in Regensburg auf. Wie in anderen Städten wurden auch in Regensburg jüdische Wohnungen und Geschäfte beschädigt und geplündert, die Synagoge verwüstet und niedergebrannt; verantwortlich dafür waren etwa 300 junge Männer des NSKK, die unter Führung des Leiters der Motorsportschule das jüdische Gotteshaus zerstören sollten.

Anm.: Dabei waren Rivalitäten zwischen den lokalen NS-Gruppierungen deutlich geworden; SA und SS fühlten sich übergangen und waren erbost darüber, dass die Brandsetzung nicht ihnen übertragen worden war !

Die herbeigeeilte Feuerwehr beschränkte sich darauf, angrenzende Gebäude vor den Flammen zu schützen. Die schwer beschädigte Synagoge wurde anschließend abgebrochen.

    Trümmer der völlig zerstörten Synagoge (Aufn. Nov. 1938, Archiv Yad Vaschem)

Jüdische Bürger, auch Frauen und Kinder, wurden in der NSKK-Motorschule inhaftiert und mussten zum Gespött der Schaulustigen „sportliche Übungen“ ausführen; anschließend mussten die Festgenommenen unter dem Plakat „Auszug der Juden” zum Bahnhof marschieren, wo man ca. 30 von ihnen auf einen LKW verlud, der sie ins KZ Dachau brachte.

                  Im Monatsbericht für November des Regierungspräsidenten Niederbayern/Oberpfalz hieß es:

„ ...Bei der vom 9./10.November nachts durchgeführten Aktion wurden die 5 im Regierungsbezirk vorhandenen Synagogen in Regensburg, Amberg, Straubing und Sulzbürg bei Neumarkt ... zerstört. Die männlichen Juden, teilweise auch weibliche, wurden in der Nacht festgenommen; im ganzen kamen in der Folgezeit 224 Männer aus dem Regierungsbezirk in das Konzentrationslager Dachau. Ein Teil von ihnen ist unterdessen wieder freigelassen worden. In Regensburg wurden alle Männer am Vormittag des 10.11. vor dem Abtransport in geschlossenem Zug durch die Stadt geführt. Sie mußten ein großes Plakat ‘Auszug der Juden’ tragen. ...”

                                           Auszug der Juden“ aus Regensburg (Stadtarchiv)

Wem bis 1941 nicht die Emigration gelang, wurde im Frühjahr 1942 nach München gebracht und dort zusammen mit anderen Juden der Oberpfalz nach Piaski bei Lublin deportiert; mehr als 100 Juden aus Regensburg traf dieses Schicksal der „Wohnsitzverlegung nach Osten“. 117 Regensburger Juden wurden in einem anderen Transport nach Theresienstadt verschleppt; sie hatten zuvor meist in den beiden „Judenhäusern“ in der Weißenburger Straße 31 und in der Schäffnerstraße 2 gelebt. Die letzten zehn „in Mischehe“ verheirateten Juden wurden noch Mitte Februar 1945 (!) nach Theresienstadt deportiert. Etwa 200 bis 250 Regensburger Juden wurden Opfer der Shoa.

Im März 1944 wurde im Regensburger Hotel Colosseum ein Außenkommando des KZ Flossenbürg errichtet; in einem großen Saal waren hier etwa 400 Häftlinge, darunter etwa 150 Juden - vor allem aus Polen -, untergebracht. Eingesetzt wurden die Männer bei Ausbesserungsarbeiten von Reichsbahnanlagen. Das Außenkommando wurde im April 1945 evakuiert; zusammen mit KZ-Häftlingen aus den beiden Außenkommandos Ganacker und Plattling wurde sie Anfang Mai 1945 von US-Truppen befreit.

In zwei Nachkriegs-Prozessen standen Verantwortliche der während des Novemberpogroms verübten Gewalttätigkeiten vor Gericht.

Nach Kriegsende fanden zahlreiche jüdische Flüchtlinge aus befreiten Konzentrationslagern und osteuropäische Flüchtlinge Unterkunft in der Stadt Regensburg; insgesamt mehr als 18.000 jüdische Displaced Persons liefen die zentrale Hilfsstelle für die jüdischen Überlebenden in Regensburg an. Anfang 1948 hielten sich noch etwa 16.000 Juden in zahlreichen Lagern Regensburgs und der nahen Umgebung auf. Die amerikanische Armee und die UNRRA (= Internationale Organisation für Flüchtlinge) versorgte die Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Bekleidung. Sehr schnell formierten sich in Regensburg mehrere gemeindeähnliche Organisationen, die sich - wenngleich nur provisorisch - um die religiösen und seelsorgerischen Belange der DPs kümmerten. Bereits Mitte Oktober 1945 berichtete die Zeitung der US-Militärregierung von der Gründung einer „Jewish Community” in Regensburg mit einem „Jewish Chaplain’s Office Regensburg”. Der Sitz der etwa 350 Mitglieder starken Organisation befand sich damals im Zentralcafé in der Pfauengasse. Als Rabbiner fungierte ab Sommer 1945 bis Ende 1949 Dr. Josef Glatzer.

Am 1. August 1950 wurde die Jüdische Gemeinde Regensburg mit ca. 290 Angehörigen gegründet. 1970 zählte diese etwa 140 Mitglieder; 1998 waren es fast 400 Personen; 2010 gehörten der Gemeinde inzwischen etwa 1.000 Personen an.

Der „Freundeskreis neue Synagoge Regensburg“, der sich 2013 gebildet hat, unterstützt den Bau eines jüdischen Gemeindezentrums im Stadtzentrum für die angewachsene Gemeinde. Im Herbst 2016 wurde der Grundstein für das Gebäude gelegt, ein Jahr später konnte das Richtfest gefeiert werden. Wegen des historischen Bezugs zum Pogrom von 1519 wurde die Realisierung des Baues für das Jahr 2019 ins Auge gefasst.

Gemeindesaal, eingeweiht 1969 (aus: juedische-allgemeine.de)

Entwurf des künftigen Gemeindezentrums (obx-news, aus: wochenblatt.de, 2013) 

Innenansicht der künftigen Synagoge (Aufn. Architekturbüro Staab, 2015)

Neues jüdisches Gemeindezentrum (Animation – Staab Architekten Berlin)

Für das Gemeindezentrum mit Synagoge im Obergeschoss (am Brixener Hof 2) war ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben worden, bei dem das Berliner „Team Staab“ erfolgreich war. In die bauliche Planung wurde auch das noch existierende, unter Denkmalschutz stehende Gebäude von 1912 miteinbezogen.

Die Eröffnung der neuen Synagoge erfolgte Ende Februar 2019 im Beisein von Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, und dem bayrischen Kultusminister Michael Piazolo.

https://static1.donaukurier.de/storage/image/9/9/6/1/3981699_foto-detail_1stL49_CtNjGy.jpg Einbringung der Thora-Rollen (Aufn. Chr. Eckl, aus: "Donaukurier" vom 27.2.2019)

Eine Gedenktafel an der Außenwand des Jüdischen Gemeindehauses „Am Brixener Hof“ erinnert heute an die ehemalige jüdische Gemeinde Regensburgs und ihre Angehörigen.

Hier stand die Synagoge

Das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Regensburg

Erbaut 1912, zerstört am 9.November 1938 durch die Nationalsozialisten.

Am 10.November 1938 wurden jüdische Bürger in einem beispiellosen Schandmarsch durch die Stadt getrieben.

Am 2.April 1942 wurden hier auf dem Platz der abgebrannten Synagoge

106 jüdische Bürger zusammengetrieben und in die Konzentrationslager deportiert.

Am 15.Juli und 23.September 1942 folgten weitere Opfer dem Leidensweg von Millionen Juden, die wegen ihres Glaubens litten und starben.

Noch in den letzten Kriegstagen fanden Deportationen von Regensburg aus statt.

                              Postwertzeichen der Deutschen Bundespost                      

In den 1990er Jahren brachten Ausgrabungen auf dem Neupfarrplatz Reste des einstigen jüdischen Viertels zum Vorschein; herausragender Fund waren Relikte der frühgotischen Synagoge.

Auf den Ruinen der mittelalterlichen Synagoge Regensburgs am Neupfarrplatz wurde im Juli 2005 ein großflächiges Werk des israelischen Künstlers Dani Karavan enthüllt; das Bodenrelief soll nicht nur an die Zerstörung des einstigen jüdischen Viertels im 16.Jahrhunderts erinnern, sondern zugleich auch Ort der Kommunikation sein.


Bodenrelief der mittelalterlichen Synagoge (Aufn. dpa und Meierhofer, 2006: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Vom großen mittelalterlichen Regensburger Judenfriedhof haben mehrere Grabsteine die Jahrhunderte überdauert; in Regensburg selbst findet man diese Steine aber nicht mehr an ihrem einstigen Standort, sondern z.B. im Städtischen Museum, im Dom-Kreuzgang und anderswo. Auch in Ortschaften der Umgebung, u.a. in Riegeldorf, Kelheim und Mangolding, sind alte Grabsteine des Regensburger Friedhofs noch auffindbar.

  Zwei alte Grabsteine von 1249 bzw. 1380

Bei archäologischen Grabungen am Ernst-Reuter-Platz wurden 2009 Reste des mittelalterlichen Friedhofs entdeckt.

Der neuzeitliche jüdische Friedhof Regensburgs an der Schillerstraße hat die NS-Zeit überdauert. Das mit einer Mauer umgebene Begräbnisgelände mit seinen ca. 900 Grabstätten macht heute einen sehr gepflegten Eindruck.


Teilansicht des Friedhofs an der Schillerstraße (beide Aufn. J. Hahn, 2007)

Auf Grund der Zuwanderung von sog. Kontingentflüchtlingen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR wurde 1999 auf dem Regensburger Dreifaltigkeitsfriedhof eine gesonderte Fläche ausgewiesen, die künftig Begräbnisstätte für die Angehörigen der Regensburger Gemeinde ist.

Am Dom zu Regensburg ist ein Relief der „Judensau“ angebracht; dieses im Spätmittelalter entstandene, häufig an Kirchen auftretende bösartige Bildskulptur sollte die Juden demütigen. Eine weitere, ebenfalls am Regensburger Dom angebrachte Bauskulptur zeigt Juden, die ums „Goldene Kalb“ tanzen.

         Reliefs am Regensburger Dom (Aufn. aus: wikipedia.org)

Im Jahre 2007 wurden die ersten 18 sog. „Stolpersteine“ vor Wohnhäusern ehemaliger jüdischer Bewohner ins Gehwegpflaster eingelassen; inzwischen sind es insgesamt mehr als ca. 200 Steine, die an Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern (Stand 2019).

Stolpersteine Regensburg Kohn Kahn Lehmann.jpg Stolpersteine Regensburg Frank Loewy.jpg Stolpersteine Regensburg Ehrlich Nussbaum.jpg

"Stolpersteine" in der Ludwigstraße, Obere und Untere Bachgasse (alle Aufn. Herbstlaub, aus: commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0)

In der Weißenburgstraße kam jüngst (2016) eine neue Form des Gedenkens hinzu, nämlich eine sog. „Stolperschwelle“; diese soll an die 44 aus dem ehemaligen jüdischen Altenheim deportierten und ermordeten Menschen erinnern; für elf namentlich bekannte ehemalige Altenheimbewohner wurden hier auch noch sog. „Stolpersteine“ verlegt, die die "Stolperschwelle" umrahmen.  Eine zweite Stolperschwelle - am Eingang Luzengasse der Neuen Synagoge verlegt - erinnert an 31 Personen, die 1942 hier zwangsuntergebracht und Ende September 1942 nach Theresienstadt deportiert wurden.

 

Im ca. 20 Kilometer donauaufwärts liegenden Kelheim hat es zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde gegeben. Urkundliche Hinweise auf einzelne Juden stammen aus der Zeit des 14. und 15.Jahrhunderts.

Noch heute trifft man in Kelheim einige wenige jüdische Grabsteine an, die vom mittelalterlichen Judenfriedhof aus Regensburg stammen und hier zu Beginn des 16.Jahrhunderts in Häusern der Stadt verbaut bzw. seitdem in kirchlichen Gebäuden aufbewahrt wurden.

Jüdischer Grabstein.JPG Jüdischer Grabstein in Kelheim (Aufn. Chr. Wittmann, aus: commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0)

Bis 1945 war noch eine steinerne Skulptur einer sog. „Judensau“ an der Stadt-Apotheke zu finden.

 

In Abensberg/Krs. Kelheim – ca. 30 Kilometer südwestlich von Regensburg – bestand vom ausgehenden 14. bis zu Beginn des 16.Jahrhunderts eine kleine jüdische Gemeinde; deren Angehörige wohnten zumeist in der „Judengasse“ (heute Mahlerstraße) und bestritten ihren Lebensunterhalt von der Pfandleihe und vom Geldhandel. In der Schmidtgasse befand sich um 1500 eine „sinagog“; diese wurde nach der Vertreibung der Juden aus der Stadt (spätestens 1518) vermutlich in das „Schergenhaus“ umgewandelt. Auch einen Begräbnisplatz soll es in Abensberg (an der Straße nach Offenstetten) gegeben haben, der aber in der zweiten Hälfte des 15.Jahrhundert zerstört und dessen Grabsteine verbaut wurden.

Weitere Informationen:

Isaak Meyer, Zur Geschichte der Juden in Regensburg - Gedenkschrift zum Jahrestage der Einweihung der neuen Synagoge, nach handschriftlichen und gedruckten Quellen, Berlin 1913

Adolf Schmetzer, Die Regensburger Judenstadt, in: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, Heft 1/1931, S. 18 - 39

Raphael Straus, Die Judengemeinde Regensburg im ausgehenden Mittelalter. Auf Grund der Quellen kritisch untersucht und neu dargestellt, in: Heidelberger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte, Heft 61, Heidelberg 1932

Siegmar Bromberger, Die Juden in Regensburg bis zur Mitte des 14.Jahrhunderts, Berlin 1934 (Dissertation)

Raphael Straus (Bearb.), Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte der Juden in Regensburg 1453 - 1738, Beck-Verlag, München 1960

Stefan Schwarz, Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten, G.Olzog-Verlag, München 1963 (Taschenbuchausgabe 1980)

Germania Judaica, Band II/2, Tübingen 1968, S. 679 – 691 und Band III/2, Tübingen 1995, S. 1178 - 1230

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann, Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918 - 1945. Geschichte und Zerstörung, Oldenbourg-Verlag, München/Wien 1979, S. 86 - 92

Harold Hammer-Schenk, Synagogen in Deutschland. Geschichte einer Baugattung im 19. u. 20.Jahrhundert, Hans Christians Verlag, Hamburg 1981, Teil 1, S. 247/248 + S. 492, Teil 2, Abb. 176/177

Günter Schlichting, Impressionen aus der Regensburger jüdischen Geschichte, Hrg. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Regensburg 1981

Martina Langer, Die Regensburger Judengemeinde zwischen 1914 und 1945, Zulassungsarbeit Universität Regensburg, 1984

Andreas Angerstorfer, Die jüdische Gemeinde in Regensburg. Die Geschichte bis zum Holocaust, in: Regensburger Almanach 1986, S. 167 f.

Hans Rosengold, Die jüdische Gemeinde in Regensburg - Der Neubeginn nach dem Zusammenbruch, in: Regensburger Almanach 1986, S. 173 f.

Andreas Angerstorfer, Jüdische Hilfsorganisationen und “Exodusgemeinden” in Regensburg 1945 - 1949, in: Regensburg 1945 - 1940 - Katalog und Aufsätze, Regensburg 1987, S. 72 f.

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Gerhard K. Nagel (Red.), Die Jüdische Gemeinde in Regensburg baut ein neues Gemeindezentrum, in: hagalil.com vom 14.12.2017

Klaus Himmelstein (Hrg.), Jüdische Lebenswelten in Regenburg - Eine gebrochene Geschichte, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2018 (Anm.: enthält 20 Beiträge versch. Autoren)

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Matthias Dänzer-Vanotti (Red.), Einweihung der Neuen Synagoge in Regensburg – Interview mit Rabbiner Josef Chaim Bloch, in: br.de/radio/bayern2/ vom 27.2.2019

Christian Eckl (Red.), Synagoge in Regensburg eingreweiht, in: „Donaukurier“ vom 27.2.2019

Angelika Lukesch (Red.), Gedenken. Elf neue Mahnmale für Regensburg, in: „Mittelbayrische“ vom 1.4.2019