Uffheim (Elsass)

In Uffheim im Sundgau (bei Sierenz) - südlich von Mülhausen gelegen - existierte eine jüdische Gemeinde, die in der ersten Hälfte des 19.Jahrhhunderts mit knapp 200 Angehörigen ihren zahlenmäßigen Höchststand erreichte und damit bis zu 20 % an der Dorfbevölkerung stellte. Bereits seit dem ausgehenden Mittelalter sollen sich Juden in Uffheim aufgehalten bzw. ansässig gemacht haben; denn die hiesigen Mühlen boten Möglichkeiten, mit Getreide und Öl zu handeln.

Obwohl die Zahl der Gemeindemitglieder bereits rückläufig war, errichtete die Judenschaft Uffheim noch um 1900 ein neues Synagogengebäude; der ältere Betraum stammte bereits aus der Zeit des 18.Jahrhunderts.

   http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20291/Uffheim%20PK%20810a.jpg

  Synagoge in Uffheim (hist. Postkarten, Ausschnittsvergrößerung, aus: Rothé/Warschawski)

Zu den gemeindlichen Einrichtungen gehörten eine Religionsschule und eine Mikwe. Religiös-rituelle Aufgaben verrichtete ein seitens der Gemeinde angestellter Lehrer. 

Die Gemeinde gehörte bis 1910 zum Rabbinat von Sierenz, anschließend zu dem von Dornach.

Der israelitische Friedhof in Hegenheim war die Begräbnisstätte verstorbener Uffheimer Juden.

Juden in Uffheim:

        --- 1784 ..................  26 jüdische Familien (ca. 21% d. Bevölk.),

    --- 1807 ..................   ? Juden,

    --- 1838 .................. 139   "  ,

    --- 1846 .............. ca. 180   “  ,

    --- 1861 .................. 176   “  ,

    --- 1890 .................. 138   "  ,

    --- 1900 .................. 108   “  ,

    --- 1910 ..................  85   "  ,

    --- 1932 ..................  50   "  ,

    --- 1936 ..................  39   “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 47

Nachweislich fielen 13 jüdische Bewohner aus Uffheim der Shoa zum Opfer.

Auf dem jüdischen Friedhof in Hegenheim erinnert heute ein Denkmal an die NS-Opfer aus Hegenheim, Huningue, Saint-Louis, Sierentz und Uffheim.

Das ehemalige Synagogengebäude wurde nach 1945 zu einem Wohnhaus umgebaut, das äußerlich in keinster Weise mehr an dessen einstige Bestimmung erinnert.

http://judaisme.sdv.fr/synagog/hautrhin/r-z/pict/uffheim.jpg Heutiges Aussehen der ehem. Synagoge (Aufn. aus: judaism.sdv.fr)

Weitere Informationen:

Ludwig Kahn: Die sog. "Judendörfer" in der Umgebung von Basel. Separatdruck aus dem Jüdischen Taschenkalender 1962/1963 der Israelitischen Fürsorge Basel

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

P.B.Munch, Uffheim. L’ancienne synagogue a 100 ans (Aufsatz), in: ‘Dernières Nouvelles d’Alsace vom 7.10.1999

Uffheim, in: alemannia-judaica.de