Uffholtz (Elsass)

Im oberelsässischen Uffholtz - einem Dorf nordwestlich von Mülhausen gelegen - gab es eine jüdische Gemeinde, die in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden ist. Ihren zahlenmäßigen Höchststand erreichte die Uffholtzer Gemeinde in den Jahrzehnten vor und nach 1800.

Ein in den 1730er Jahren eingeweihtes, 1858/1859 erneuertes bzw. umgebautes Synagogengebäude wurde bis zur Auflösung der Gemeinde genutzt.

Zu den gemeindlichen Einrichtungen gehörten auch eine Schule und ein rituelles Bad. Mit der Verrichtung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer betraut, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war.

Uffholtz war seit dem 18.Jahrhundert Sitz eines Rabbinats, das 1870 dann Sennheim (Cernay) übertragen und 1915 ganz aufgelöst wurde.

                                         Mohelbuch von Uffholtz, angelegt um 1690

Juden in Uffholtz:

        --- 1784 .................   44 jüdische Familien (ca. 200 Pers.),

    --- 1849 .................  180 Juden,

    --- 1861 .................  161   “  ,

    --- 1900 .................    6   “  ,

    --- 1935 .................    keine.

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 49

Während der Revolutionswirren im Sommer 1789 zerstörte eine plündernde Menge die Synagoge und Behausungen vor allem begüterter Juden.

1870 löste sich die Gemeinde in Uffholtz auf; ihre Angehörigen waren inzwischen fast alle abgewandert.

Um 1900 wurde das schon längere Zeit verwaiste Synagogengebäude verkauft; es diente in den Folgejahren als Stallung. Während des Ersten Weltkrieges wurde es zerstört.

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

Uffholtz, in: alemannia-judaica.de

Daniel Gerson, Die Kehrseite der Emanzipation in Frankreich. Judenfeindschaft im Elsass 1778 bis 1848, hrg. vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Klartext-Verlag, Essen 2006, S. 78/79