Ulm (Baden-Württemberg)

Ulm ist eine an der Donau am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb an der Grenze zu Bayern gelegene Großstadt mit derzeit ca. 118.000 Einwohnern.

Die erste Ansiedlung von Juden in der von den Staufern gegründeten Stadt Ulm ist urkundlich in der Reichssteuerliste von 1241/1242 nachweisbar; Ulm zählt damit mit Heilbronn, Schwäbisch-Hall und Konstanz zu den Orten mit den ältesten jüdischen Gemeinden in Südwestdeutschland. Die Juden Ulms lebten zwar abgesondert von den christlichen Bewohnern in einem eigenen Viertel, vor allem in der „Judengasse“ und am „Judenhof“ östlich des Münsters; ein abgeschlossenes Ghetto war es nicht.

Die Pogrome von 1298, 1335/1337 und 1348/1349 dezimierten die jüdische Gemeinde Ulms nachhaltig; doch bestand sie in den folgenden 150 Jahren weiter, wie noch vorhandene Grabsteininschriften belegen.

Der erste jüdische Friedhof im Bereich des späteren Neuen Tores (deswegen auch "Judentor" genannt) muss spätestens 1240 angelegt worden sein; der zweite mittelalterliche Friedhof lag nicht weit von diesem entfernt; er wurde 1499 vom Magistrat beschlagnahmt, die Grabsteine abgeräumt und zum Haus-, Wege- und Münsterbau verwendet.

                        Grabstein der Mina (1288)

Anm.: „Diesen Stein stellte ich als Grabmal zu Häupten der Frau Mina, Tochter des Herrn Jizchak HaLewi. Sie verstarb am 6. Tag [Freitag], den 27. Elul 48 [27.08.1288] im 6. Jahrtausend. Ihre Ruhe sei im Garten Eden. Amen, ich sage sela.“

Eine Synagoge - mit einer Frauensynagoge als Anbau - wird Mitte des 14.Jahrhunderts erstmals erwähnt. Die Ulmer jüdische Gemeinde war im 14.Jahrhundert auch der religiöse Mittelpunkt für die Juden im ländlichen Umland. Die „gemaine Judischait“ wurde durch zwei „Pfleger“ vertreten, die aus dem Kreis der wohlhabendsten Familien entstammten und die auch mit den christlichen Stadtbehörden agierten.

Nach den Pestpogromen 1348/1349 konsolidierte sich die jüdische Gemeinde in Ulm neu und gelangte in der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts - im Zuge des politischen und wirtschaftlichen Aufstiegs der Reichsstadt - zu neuem Wohlstand. Der „Jud Jäcklin“ war größter Kreditgeber der Stadt und finanzierte auch den Baubeginn des Ulmer Münsters (um 1380); zusammen mit dem Nürnberger Juden Rapp, dem Erfurter Juden Meier und einigen anderen scheint Jäcklin damals den gesamten süddeutschen Geldmarkt beherrscht zu haben. Die Juden waren für die aufstrebende Stadt von großer wirtschaftlicher Bedeutung; so beglich die Ulmer Judenschaft die von Kaiser Karl IV. auferlegten Sondersteuern im großen Umfang und stärkte somit die Wirtschaftskraft Ulms. Doch wegen immer neuer Sondersteuern verschlechterte sich langsam die Lage der hiesigen Juden; Folge war, dass einige Familien nach 1400 abwanderten.

Ulm um 1490 - Holzschnitt aus Schedelsche Weltchronik (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

1499 wurden die Juden endgültig aus Ulm ausgewiesen; dies hatte der Rat der Stadt Ulm - auch durch die dortigen Zünfte und Gilden unter Druck gesetzt - schließlich bei Kaiser Maximilian I. durchgesetzt. Die Stadtoberen schielten vor allem auf das Immobilienvermögen der jüdischen Gemeinde, das nach der Ausweisung in die Hand der Reichsstadt überging. Innerhalb von fünf Monaten mussten die jüdischen Bewohner Ulm verlassen; damit war das Ende der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde Ulms besiegelt. Vertriebene Ulmer Juden wurden in Günzburg und Hürben bei Krumbach ansässig.

In der Folgezeit waren seitens der Stadt scharfe Restriktionen gegenüber Juden in Kraft gesetzt worden: So durften u.a. jüdische Händler nur zu bestimmten Tagen in Begleitung des Stadtbüttels die ummauerte Stadt betreten, auch mussten sie sich äußerlich als Juden kennzeichnen. Gegen hohe Abgaben und strenge Auflagen gestattete der Ulmer Rat einigen jüdischen Familien, sich auf Ulmer Territorium - so in Leipheim, Langenau und Albeck - niederzulassen; allerdings konnte ihnen jederzeit die Aufenthaltserlaubnis entzogen werden. Das Verbot von 1499 wurde mehrfach erneuert (so 1541, 1561 und 1571) und blieb im Wesentlichen bis ins 19. Jahrhundert bestehen. Zwischenzeitlich durften Juden gegen Schutzgeldzahlung wieder die Ulmer Viehmärkte besuchen. Auch war einzelnen vermögenden Juden (Heerslieferanten) zeitweilig der Aufenthalt in der Stadt erlaubt.

Erst Anfang des 19.Jahrhundert zogen - als Folge des Emanzipationsgesetzes - viele Juden aus Dörfern und Kleinstädten der Umgebung in das wirtschaftlich aufstrebende Ulm und bildeten hier eine jüdische Gemeinde. Allerdings waren die jüdischen Neuankömmlinge bei der Ulmer Kaufmannschaft nicht gern gesehen, die die jüdische Konkurrenz fürchtete. Die jüdischen Neubürger betrieben Handel und bald auch prosperierende Fabriken.

Über die Situation der Ulmer Judenschaft gibt ein Artikel in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums“ vom 10.Juli 1854 Auskunft: "Ulm, im Mai. (Privatmitth.) Wenn zu den Anstalten einer Gemeinde Gotteshaus, Schule, besonders Religionsschule, und ein Friedhof gehört, so wären diese nunmehr in der hiesigen Gemeinde vorhanden. Wer hätte es glauben sollen! Vor 50 Jahren, wo Ulm noch wie, so viele andere ihrer Schwestern, eine Reichsstadt, wohnte noch kein Israelit in ihren Mauern. Seit 1805 haben nun, Dank dem erwachten Geist der Humanität, gegen 20 Familien ihren bürgerlichen Wohnsitz hier aufgeschlagen. Darunter sind einige Fabrikanten, einige Kaufleute, einige Großhändler, Juweliere. Einer ist ein sehr angesehener Arzt, einer ein beliebter Rechtsconsulent und Notar. Anno 1806 wurde ein Jude, 1815 ein anderer durch höhere Protection in den hiesigen bürgerlichen Gemeindeverband aufgenommen. Diese Familien bilden den Stamm der Religions-Gemeinde. Als Synagoge wird ein zierlich geräumiger Saal benutzt, der bei Zuwachs der Gemeinde nach bisherigem Verhältniß eine Vergrößerung erheischt. Der Gottesdienst wird durch den Vorsänger Amts-Verweser Einstein versehen, der zugleich täglich den israelitischen schulpflichtigen Kindern, von denen die Knaben die Elementar-Realschule der Stadt oder das Gymnasium, die Mädchen aber die weiblichen Schulanstalten besuchen, Religionsunterricht erteilt. Der Rabbiner von Laupheim, wohin die Gemeinde Ulm als Tochtergemeinde gehört, hat fünf bis sechs Mal des Jahres Predigt und Katechese allda zu halten, die Schule in den Religionsfächern zu prüfen und zu beaufsichtigen. ..."

1856 hatte sich die Ulmer Judenschaft von der Muttergemeinde Laupheim gelöst und bildete danach offiziell eine eigenständige Gemeinde.

Kaufgesuch von 1860

Gottesdienste wurden zunächst in einem angemieteten Saal des Gasthauses „Zum Schwanen“ abgehalten. In den Jahren 1870/1873 wurde am Weinhof eine vom Architekten Christoph Adolf Wolff im maurischen Stile gestaltete Synagoge errichtet und im September 1873 von Rabbiner Wälder aus Laupheim eingeweiht.

                  Aus einem Bericht der „Ulmer Schnellpost” vom 13.9.1873 zur Einweihung der Synagoge:

Heute ist ein Freudentag für unsere jüdischen Mitbürger in Ulm gekommen. Ihre Synagoge ist vollendet. Wir begreifen die Freude und fühlen sie mit, die heute am Tage der Einweihung jedes Mitglied der jüdischen Gemeinde in Ulm beseelt. Nicht als wäre der neue Tempel selbst ein Zeugniß der neuen humanen Zeit ... wohl aber ist die Theilnahme an dem Feste, die weit über die Kreise des Judenthums hinaus sich erstreckt und eine fast allgemeine ist, ein Zeugniß einer Zeit, die immer mehr in den Gegensatz tritt gegen den wahnsinnigen Fanatismus einer noch heute bisweilen als ‘guten alten’ vergötterten Zeit. ... Was war die Judengemeinde hier vor fünfzig Jahren - was ist sie heute ? Möge ihr heutiges Fest und ihre Festesfreude eine recht ungetrübte sein.

Das Synagogengebäude besaß vier vergoldete Kuppeln. In den 1920er Jahren wurde der Baustil von den Stadtbehörden als zu „fremdartig“ empfunden, worauf die vergoldeten Kuppeln durch vier Flachpyramidenaufsätze ersetzt wurden.

 

links: Ulmer Synagoge (hist. Aufn., Stadtarchiv), rechts: virtuelle Rekonstruktion (C.Pöhler/T.Lang)

Bis in die 1880er Jahre war der Rabbiner von Laupheim für die Ulmer jüdische Gemeinde zuständig.  Danach besaß Ulm ein eigenes Rabbinat, an dessen Spitze standen: Seligmann Fried (1888-1906), Jesajas Straßburger (1906-1915), Dr. Ferdinand Straßburger (1915-1927) und Dr. Julius Cohn (1928-1939).

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20242/Ulm%20AZJ%2016021888.jpg Erste Ausschreibung der Rabbinerstelle, aus: "Allgem. Zeitung des Judentums" vom 16.2.1888

zwei Stellenangebote der Ulmer Kultusgemeinde (von 1886 und 1901):

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20242/Ulm%20Israelit%2028091886.jpg  http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20242/Ulm%20Israelit%2021101901.jpg

Vor dem Frauentor besaß die Judenschaft Ulms etwa ab 1850 ein Begräbnisgelände; zuvor waren Verstorbene auf dem israelitischen Friedhof in Buchau bzw. Laupheim bestattet worden. Die Ulmer Begräbnisstätte wurde während der NS-Zeit völlig zerstört.

Zur jüdischen Gemeinde zählten auch die Glaubensgenossen in Heidenheim, Herrlingen und Neu-Ulm.

Juden in Ulm:

        --- um 1430 ......................   13 jüdische Familien,

    --- um 1495 ......................   11     “       “    ,

    --- 1834 .........................   12 Juden,

    --- 1843 .........................   19   “  ,

    --- 1854 .........................   57   “  ,

    --- 1858 .........................  261   “  ,

    --- 1869 .........................  394   “  ,

    --- 1871 .........................  555   "   (ca. 2% d. Bevölk.),

    --- 1875 .........................  692   “  ,

    --- 1885 .........................  667   "  ,

    --- 1895 .........................  663   “  ,

    --- 1900 .........................  609   “  ,

    --- 1910 .........................  588   “   (ca. 1% d. Bevölk.),

    --- 1933 (Juni) ..................  516   “  ,

    --- 1939 (Jan.) ..................  276   “  ,

             (Sept.) .................  162   “  ,

    --- 1943 (Febr.) .................    5   “  .

Angaben aus: Paul Sauer, Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern, S. 183

und                 Stadtarchiv Ulm (Hrg.), Zeugnisse zur Geschichte der Juden in Ulm, Ulm 1991, S. 204

Nachdem den jüdischen Einwohnern Mitte der 1830er Jahre die vollen Bürgerrechte zugestanden worden waren, begann ihre politische und soziale Integration in die Ulmer Stadtgesellschaft. Die Juden Ulms spielten im Wirtschaftsleben der Stadt bald eine wichtige Rolle; Geschäftsleute, Fabrikanten, Ärzte und Rechtsanwälte brachten es zu Ansehen. So brachte die Gründerzeit zahlreiche erfolgreiche jüdische Unternehmer hervor: 1860 waren acht Fabriken, vier Großhandelsunternehmen, zehn Einzelhandelsunternehmen und drei Handwerksbetriebe in Ulm in jüdischem Besitz.

Briefkopf Fa. G. Lebrecht (aus: Sammlung P. K. Müller)

Anm.: Die Firma Lebrecht hatte ihren Ursprung in Pflaumloch und nahm ihren weiteren Aufschwung später in Ulm.

Auch am öffentlichen Leben der Stadt nahmen Juden regen Anteil. 1861 wurde mit dem Fabrikanten Leopold Marx der erste Jude in den Ulmer Bürgerausschuss gewählt. Zahlreiche zu Wohlstand gelangten Angehörigen der jüdischen Gemeinde engagierten sich in der Folgezeit in sozialen und karitativen Einrichtungen.

Bereits gegen Ende der Bismarck-Zeit konnte der Antisemitismus auch in Ulm Wurzeln schlagen; die hiesige „Ulmer Schnellpost” betrieb damals eine maßlose Judenhetze.

Die Juden-Emanzipation war ein Fehlgriff, den kurzsichtige Politiker in einer vielbewegten, revolutionären Zeit aus Mißverständnis thaten. Sie glaubten stillschweigend annehmen zu können, daß ein Jude ein Deutscher sei oder werden könne. ... Die Zeit hat gelehrt, was ein kluger Politiker voraussehen mußte. Der Jude hängt zäher als zuvor an dem Alten und kehrt seine Sonderstellung uns Deutschen gegenüber stolz zur Schau. Produktive Arbeit ist ihm ein Ekel; nur dem Hang zum Schachern geht er nach ! ...

(aus: „Ulmer Schnellpost” vom 22.9.1891)

Nur dem Eintreten des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Heinrich v. Wagner war es zu verdanken, dass die starken antisemitischen Strömungen bald abebbten. Doch in den Jahren der Weimarer Republik lebte der Antisemitismus wieder auf; dieser wurde 1933 besonders durch das NSDAP-Presseorgan „Ulmer Sturm” weiter angeheizt.

Am 1.April 1933 wurde auch in Ulm der Boykott jüdischer Geschäfte und Unternehmen durchgeführt; schwarze Plakate mit gelbem Punkt markierten an diesem Tage alle jüdischen Geschäfte, Praxen und Kanzleien in Ulm. Doch schon bereits Mitte März hatten SA-Angehörige die Eingänge jüdischer Geschäfte blockiert, um Kaufwillige von einem Betreten abzuhalten. Im „Ulmer Sturm“, dem lokalen NS-Hetzblatt, wurden die „deutsch-bewussten“ Hausfrauen aufgefordert, nicht mehr bei „volksfremden Parasiten“ Einkäufe zu tätigen. Diese Boykotte leiteten die in den kommenden Jahren sich dann forcierende wirtschaftliche und gesellschaftliche Diskriminierung der jüdischen Bürger ein.

Warenhaus Wohlwert (Aufn. Mitte März 1933, Stadtarchiv Ulm)

1933 waren in Ulm elf Fabriken, 13 Groß- und 35 Einzelhandlungen, drei Warenhäuser und 15 Geschäfte verschiedener Branchen in jüdischem Besitz.

Ab 1935 wurden die Juden verstärkt aus dem öffentlichen Leben von Ulm ausgegrenzt; so durften sie u.a. nicht mehr die städtische Badeanstalten betreten. 

In der Pogromnacht von 1938 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen: Die Synagoge wurde an mehreren Stellen von SA-Männern in Zivil gleichzeitig in Brand gesteckt und ging in Flammen auf; die Brandruine wurde alsbald abgebrochen.

                                          Abbruch der Synagoge, Ende 1938 (Stadtarchiv Ulm)

Männliche Juden wurden „in Schutzhaft“ genommen; zuvor waren sie aus ihren Wohnungen geholt und schwer misshandelt worden, unter ihnen auch Dr. Julius Cohn, der letzte Ulmer Rabbiner.

http://static6.swp-plus.de/storage/scl/import/swp-beta-import/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/print/1334005_t1w600h392q90v42930_swp-7187701_20131109_4C_PERSONEN_X724161392X.jpg?version=1383985085 Dr. Julius Cohn (geb. 1878 in Graudenz) war als liberaler Religionslehrer/Rabbiner zunächst in Hoppstädten, Karlsruhe und Stuttgart tätig, ehe er 1928 nach Ulm kam und dem Bezirksrabbinat vorstand. Im Mai 1939 emigrierte er mit seiner Frau nach Großbritannien, wo er an den Folgen seiner schweren erlittenenen Misshandlungen im Frühjahr 1940 verstarb. Obige Abbildung zeigen Dr. Julius Cohn mit seiner Frau Dorothea (Aufn. aus: „Südwestpresse“ vom 9.11.2013)

Die noch bestehenden jüdischen Geschäfte und Unternehmen wurden bis Ende 1938 zwangsweise „arisiert“.

                   Aus dem „Ulmer Sturm” vom 12.November 1938:

... Steine des Anstoßes werden aus dem Weg geräumt. Es sind die schmutzigroten Bausteine der Synagoge, mit deren Abbruch heute noch begonnen wird. Die Abbruchleitung hat die Stadtverwaltung Ulm übernommen. Am Freitagabend erreichte uns diese Meldung und mit uns freut sich ganz Ulm, daß der Wunsch der gesamten Bevölkerung so rasch und in vollem Umfang in Erfüllung geht. Aus verständlichen Gründen richtete sich der Volkszorn bei der in dieser Woche notwendigen Judenabrechung gegen die Synagoge, diesen abstoßenden Bau aus einer fremden Welt, dessen Anblick jedermann genau so anekelte wie die Hakennasen der ‘Gerechten’, die über seine Schwelle gingen ...

Noch 1939 wurden die Gemeinde und das Rabbinat aufgelöst. Nach Kriegsbeginn begann die Stadtverwaltung, jüdische Bürger in sechs „Judenhäuser“ einzuweisen bzw. in umliegende Landgemeinden (so nach Oberstotzingen) umzusiedeln. Bis Oktober 1941 gelang insgesamt noch etwa 330 Ulmer Juden die Auswanderung, vornehmlich in die USA, nach Palästina und Großbritannien. Am 1.Dezember 1941 setzten die Deportationen in die Ghettos und Vernichtungslager im besetzten Osteuropa ein. Anfang März 1943 wurden die letzten fünf Ulmer Juden, die nicht in einer „privilegierten Mischehe“ lebten, nach Auschwitz deportiert; nur sehr wenige Juden Ulms, die mit einem „arischen“ Ehepartner verheiratet waren, entgingen der Zwangsverschleppung. Mindestens 118 Ulmer Juden* fielen der Shoa zum Opfer.

* Nach neueren Recherchen sollen es mehr als 140 Personen gewesen sein.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit existierten in Ulm mehrere DP-Camps, in denen insgesamt mehrere tausend jüdische Lagerbewohner zusammengefasst waren; das Lager in der Hindenburgkaserne zählte im Herbst 1946 fast 1.500 Menschen, dasjenige in der Sedan-Kaserne im Herbst 1947 etwa 2.500 Personen.

http://www.after-the-shoah.org/uploads/tx_aftertheshoah/TalmudThora_Ulm_Hindenburg.jpg Schüler im DP-Camp Hindenburg-Kaserne (aus: after-the-shoah.org)

Die Lager wurden 1949/1950 geschlossen. Aus dem Kreise der DPs blieben nur sehr wenige in der Stadt.

An der Sparkasse Ulm „Am Weinhof“ erinnerte seit 1958 eine Gedenktafel an die ehemalige Synagoge und an das Schicksal der verfolgten Juden Ulms; die Inschrift lautet:

An dieser Stelle stand die Synagoge.

Sie wurde im Jahre 1873 erbaut

und bei den Verfolgungen unserer jüdischen Mitbürger am 9.11.1938 zerstört.

An der Rückseite der heutigen Sparkasse (Sattlergasse) wurde 2016 die inzwischen „verschwundene“ Tafel durch eine andere ersetzt.

  An einen der prominentesten Ulmer Juden, den 1879 geborenen Physiker Albert Einstein, erinnert eine Stele an seinem Geburtshause; außerdem sind eine Straße und ein Haus nach ihm benannt.

An jüdisches Schicksal wird auch im Ulmer Münster erinnert: Über dem Portal an der Westseite wurde 1986 das von Hans Gottfried von Stockhausen entworfene „Israelfenster“ eingebaut; außer biblischen und jüdischen Symbolen trägt es am unteren Rand die Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, Treblinka und Bergen-Belsen, in die Ulmer Juden deportiert wurden.

Nach Alfred Moos (geb. 1913), der schon 1933 emigrierte und Anfang der 1950er Jahre als einziger gebürtiger Ulmer Jude wieder in seine Heimatstadt zurückkehrte, ist heute ein Weg benannt. Bereits im Jahre 1988 erhielt Moos die Bürgermedaille Ulms.

Der aus der Mitte des 19.Jahrhunderts stammende Friedhof ist heute eine Parkanlage, in der nur noch drei Grabsteine zu finden sind. Auf dem zweiten Friedhof in der Stuttgarter Straße, 1897 als Teil des städtischen Friedhofs angelegt, erinnern auch Gedenksteine an die jüdischen NS-Opfer aus Ulm.

         Blick auf den jüdischen Friedhof (Aufn. Matthias Kessler)

Im Mai 2002 weihten die Mitglieder der jungen Ulmer jüdischen Gemeinde, einer Filialgemeinde von Stuttgart, ihr neues Gemeindezentrum ein; fast alle Mitglieder stammen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die sich nach 1990 in Ulm und Umgebung niedergelassen haben. 2012 gehörten der Ulmer Gemeinde etwa 400 Personen an.

Die Bestrebungen des im Frühjahr 2007 gegründeten „Förderverein zur Unterstützung einer neuen Synagoge in Ulm“ , den Neubau einer Synagoge und eines Gemeindezentrums zu realisieren, wurden 2012 umgesetzt: Standort des 17 m hohen kubusförmigen Neubaus - entworfen von der Kölner Architektin Susanne Gross - ist der nördliche Weinhof - gegenüber jener Stelle, an der die 1938 zerstörte Synagoge stand.

Am 2.Dezember 2012 fand der Festakt zur Eröffnung des neuen Ulmer Gemeindezentrums statt, an dem u.a. Bundespräsident Joachim Gauck, der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, der Vorsitzende des Zentralrates der Juden und andere Persönlichkeiten aus Politik u. Gesellschaft teilnahmen. Das für 4,6 Mill. Euro errichtete Gebäude soll den 250 Juden der Stadt und 150 aus dem Umland künftig als Versammlungsort dienen.

  Entwurf der neuen Ulmer Synagoge (2011)

  

 Plakat für die Ausstellung zur Synagogeneinweihung  -  neue Synagoge (Aufn. M. Huttner, 2012)

                         Innenraum der neuen Synagoge (Aufn. Alexander Kaya)

Am Platz der neuen Synagoge in Ulm befindet sich ein Denkmal (eine Stele mit davor liegender Steinplatte), welches an 141 ermordete Juden aus Ulm erinnert.

https://jhva.files.wordpress.com/2015/06/ulm-holocaust-memorial.jpg Namen der Opfer (Aufn. aus: jhva.wordpress.com)

2014 gründete sich in Ulm eine Initiative mit dem Ziel, auch in ihrer Stadt sog. „Stolpersteine“ zu verlegen; bereits ein Jahr später wurden dann die ersten 14 Gedenktäfelchen in das Gehwegpflaster Ulmer Straßen eingefügt. Inzwischen hat sich ihre Anzahl deutlich erhöht; allein 2017 wurden 34 weitere Steine - sie erinnern an Angehörige aller Opfergruppen des NS-Regimes - verlegt.

 Die ersten "Stolpersteine" in Ulm (Aufn. Lars Schwerdtfeger, 2015) 

... und weitere (Aufn. M., 2016, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 4.0)

verlegt in der Herdbruckerstraße und Friedrich-Ebert-Straße      (Aufn. RaiCor 2015, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 4.0)

Im nahgelegenen, zur Kommune Blaustein gehörenden Herrlingen lebten Anfang der 1930er Jahre knapp 50 jüdische Einwohner. Hier waren überregional bekannte jüdische Heime angesiedelt, in denen Kinder und Jugendliche Erziehung und Bildung genossen. Das erste Heim war 1912 für noch nicht schulpflichtige Kinder ins Leben gerufen und 1936 aufgelöst worden. Ab 1927 gab es in Herrlingen ein zweites Kinderheim. Bis 1939 bestand ein jüdisches Landerziehungsheim, das zeitweilig von mehr als 100 Schülern besucht wurde.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20398/Herrlingen%20GemZeitung%20Wue%2016101933.jpg  http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20398/Herrlingen%20GemZeitung%20Wue%2001021935.jpg Anzeigen von 1933 bzw. 1935

Landschulheim in Herrlingen (hist. Aufn.)  http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%2025/Herrlingen%20Landschulheim%20001.jpg

Im „Jüdischen Gemeindeblatt“ erschien am 1.Nov. 1938 noch die folgende Kurznotiz:

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20376/Herrlingen%20JG%20Rheinpfalz%2001111938.jpg

Zwischen 1939 und 1942 gab es in Herrlingen auch ein Altersheim, in das Juden verschiedener württembergischer Orte eingewiesen wurden; kurz vor ihrer Deportation wurden sie von hier nach Oberstotzingen verlegt.

In der Stadt Ehingen, südwestlich von Ulm gelegen, gab es eine kleine mittelalterliche Gemeinde, erstmals 1301 bzw. 1305 erwähnt; diese wurde während der Pestpogrome 1348/1349 völlig vernichtet; bereits 1326 und 1333 waren Juden in Ehingen wegen angeblicher Hostienschändung ermordet worden. In den folgenden Jahrzehnten ließen sich erneut einzelne jüdische Familien nieder, die bis zu ihrer Ausweisung 1457 hier lebten; vereinzelt lassen sich jüdische Bewohner noch bis zum 17.Jahrhunderts nachweisen. Die Ehinger Juden wohnten in der „Judengasse“; neben einer Synagoge verfügte die Gemeinde auch über eine „Judenschule“. Während letztere baulich noch erhalten geblieben ist, wurde das alte, einst angeblich als Synagoge genutzte Haus in der Tuchergasse Ende der 1960er Jahre abgebrochen.

Im Ortsmuseum Ehingen befand sich ein aus dem Jahre 1370 stammender Grabstein, der 1910 bei Renovierungsarbeiten an der Kirchhofsmauer der Sankt-Blasius-Pfarrkirche aufgefunden wurde.

Weitere Informationen:

Friedrich Pressel, Geschichte der Juden in Ulm - Festschrift zur Einweihung der Synagoge am 12.9.1873, Ulm 1873

Eugen Nübling, Die Judengemeinden des Mittelalters, insbesondere die Judengemeinde der Reichsstadt Ulm. Ein Beitrag zur deutschen Städte- und Wirtschaftsgeschichte, Ulm 1896

M. Brann, Jüdische Grabsteine in Ulm, in: Festschrift zum 70.Geburtstag des Oberkirchenrates Dr. Kroner, Stuttgart 1917

Hermann Dicker, Die Geschichte der Juden in Ulm - ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters, Rottweil 1937

Franz Michael Weber, Ehingen - Geschichte einer oberschwäbischen Donaustadt, Ehingen 1955, S. 163 f.

Heinz Keil, Dokumentation über die Verfolgung der jüdischen Bürger von Ulm/Donau, Hrg. im Auftrag der Stadt Ulm, Ulm 1961/1962

Paul Sauer, Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. Denkmale - Geschichte - Schicksale, Hrg. Archivdirektion Stuttgart, Kohlhammer Verlag Stuttgart 1966, S.178 - 185

Paul Sauer, Dokumente über die Verfolgung der jüdischen Mitbürger in Baden-Württemberg durch das nationalsozialistische Regime 1933 - 1945, Hrg. Archivdirektion Stuttgart, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1966

Germania Judaica, Band II/1, Tübingen 1968, S. 190 – 192 (Ehingen) und S. 843 – 846 (Ulm), Band III/1, Tübingen 1987, S. 288/289 (Ehingen) und Band III/2, Tübingen 1995, S. 1498 – 1522 (Ulm)

Edith Saiger, Kristallnacht in Ulm, Zulassungsarbeit 1969

Siegfried von Beöczy, Ulmer Augenzeugen, Ulm 1970

Alfred Moos, Die Juden und die Stadt Ulm, in: Ulmer Forum 42/1977, S. 48 f.

Josef Steck, Zur Situation der Juden Ulms im III. Reich. Zulassungsarbeit für Lehrer (Universität Augsburg), 1978/79

Andrea Engel, Juden in Ulm im 19.Jahrhundert - Anfänge und Entwicklung der jüdischen Gemeinde von 1803 - 1873, Magisterarbeit im Fachbereich Geschichte der Universität Tübingen, 1982

Harold Hammer-Schenk, Synagogen in Deutschland. Geschichte einer Baugattung im 19. u. 20.Jahrhundert, Hans Christians Verlag, Hamburg 1981, Teil 1, S. 319 f., Teil 2, Abb. 232

Lucie Schachne, Erziehung zum geistigen Widerstand. Das jüdische Landschulheim Herrlingen 1933 - 1939, Frankfurt/M. 1986

Joachim Hahn, Synagogen in Baden-Württemberg, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1987, S. 31 f.

Arbeitskreis Schule u. Archiv in Ulm (Hrg.), Quellen zur Ulmer Stadtgeschichte. Materialien für den Geschichtsunterricht, IV. Ausgabe, Ulm 1987

Joachim Hahn, Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, S. 549 - 554

Silvester Lechner, Das KZ Oberer Kuhberg und die NS-Zeit in der Region Ulm/Neu-Ulm, in: Die NS-Zeit in der Region Ulm/Neu-Ulm. Vorgeschichte - Verlauf - Nachgeschichte, Band 1, 2.Aufl., Stuttgart 1988

Resi Weglein, Als Krankenschwester in Theresienstadt. Erinnerungen einer Ulmer Jüdin, in: Die NS-Zeit in der Region Ulm/Neu-Ulm. Vorgeschichte - Verlauf - Nachgeschichte, Band 2, 2.Aufl., Stuttgart 1988

P.Th. Lang, Die Reichsstadt Ulm und die Juden 1500-1803, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, Bd. 8/1989, S. 39 - 49

Peter Thaddäus Lang, Die Reichsstadt Ulm und die Juden 1500 - 1803, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 8/1989, S. 39 - 49

Stadtarchiv Ulm (Hrg.), Zeugnisse zur Geschichte der Juden in Ulm. Erinnerungen und Dokumente, Ulm 1991

Ralf Heisele, Die Judenverfolgung in Ulm im Spiegel der Lokalpresse, Magisterarbeit, Tübingen 1992

A.Königseder/J.Wetzel, Lebensmut im Wartesaal - Die jüdischen DPs im Nachkriegsdeutschland, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 1994, S. 262 ff.

Siegfried Kullen, Spurensuche. Jüdische Gemeinden im nördlichen Oberschwaben, in: Blaubeurer Geographische Hefte 5/1995

Situtunga Michal Antmann (Bearb.), Der alte jüdische Friedhof in Ulm, Unveröffentlichte Grunddokumentation des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, o.J.

Silvester Lechner, Ulm im Nationalsozialismus, Ulm 1997

Ulrich Seemüller, Das jüdische Altersheim Herrlingen 1939 - 1942 u. die Schicksale seiner Bewohner, Hrg. Gemeinde Blaustein, 1997

Myrah Adams/Christof Maihoefer, Jüdisches Ulm - Schauplätze und Spuren. Orte jüdischer Kultur Heft 5, Haigerloch 1998

Dean Philipp Bell, Gemeinschaft, Konflikt und Wandel. Jüdische Gemeindestrukturen im Deutschland des 15.Jahrhunderts, in: R.Kießling/S. Ullmann (Hrg.), Landjudentum im deutschen Südwesten während d. Frühen Neuzeit, Colloquia Augustana, Band 10, Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg, Berlin 1999, S. 181/182

Joachim Hahn/Jürgen Krüger, “Hier ist nichts anderes als Gottes Haus ...” Synagogen in Baden-Württemberg, Teilband 2: Orte und Einrichtungen, Konrad Theiss Verlag GmbH, Stuttgart 2007, S. 100 f. und S. 485 – 490

Ruth Fichtner, Zuflucht und Heimat für jüdische Kinder: 28 Jahre Pädagogik in den Landschulheimen Herrlingen 1911 - 1939, in: Orte des Gedenkens und Erinnerns in Baden-Württemberg, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2007, S. 65 f.

Ingo Bergmann, „Und erinnere dich immer an mich“. Gedenkbuch an die Ulmer Juden des Holocaust, Verlag Klemm & Oelschläger, Ulm 2009 (in englischer Version 2013 erschienen)

Nicola Wenige/Ingo Bergmann, Das Tagebuch der Irene Einstein und seine Hintergründe: jüdisches Leben in Ulm in der NS-Zeit, in: Mitteilungen Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V., Bd. 52/2010, S. 5 – 7

Christian Scholl, Die Judengemeinde der Reichsstadt Ulm im späten Mittelalter: Innerjüdische Verhältnisse und christlich-jüdische Beziehungen in süddeutschen Zusammenhängen, Hannover 2012

Ulm, in: alemannia-judaica.de (mit zahlreichen Dokumenten zur jüdischen Gemeindehistorie)

Jüdisch Historischer Verein Augsburg (Hrg.), Die alten jüdischen Friedhöfe von Ulm, online abrufbar unter: jhva.wordpress.com/2012/06/06/die-alten-judischen-friedhofe-von-ulm/

Der (neue) jüdische Friedhof in Ulm, in: alemannia-judaica.de (mit zahlreichen Aufnahmen)

Herrlingen (Gemeinde Blaustein), in: alemannia-judaica.de (mit Dokumenten zur jüdischen Ortshistorie)

Ehingen, in: alemannia-judaica.de

Gabriele Holthuis, 5773: eine neue Synagoge für Ulm, in: Schriftenreihe Ulmer Museen 1/2012

Karlheinz Fuchs, Häuser der Ewigkeit – Jüdische Friedhöfe in südlichen Württemberg, Theiss-Verlag, 2014

Dagmar Hub (Red.), Der Weg ist frei für die „Stolpersteine“, in: „Augsburger Allgemeine“ vom 21.2.2014

Ulm, in: Jüdische DP-Lager und Gemeinden in der US-Zone, online abrufbar unter: after-the-shoah.org

Rudolf Kübler (Red.), ULM/NEU-ULM: Neue Stolpersteine für NS-Opfer, in: „Südwestpresse“ vom 29.10.2016

Rudolf Kübler (Red.), Neue Tafel erinnert an Pogrom, in: „Südwestpresse“ vom 8.11.2016

Oliver Helmstädter (Red.), Jüdische Gemeinde in Ulm wächst und wächst, in: "Augsburger Allgemeine" vom 12.12.2016

ruk (Red.), 34 weitere Stolpersteine für Ulm und Neu-Ulm, in: „Südwest Presse“ vom 13.10.2017

Auflistung der in Ulm verlegten Stolpersteine, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Ulm