Hellstein (Hessen)

Bildergebnis für karte brachttal suche postleitzahl Hellstein ist einer von sechs Ortsteilen der Gemeinde Brachttal im Main-Kinzig-Kreis - ca. 40 Kilometer nordöstlich von Hanau gelegen (Karte aus: suche-postleitzahl.org).

Die in Hellstein lebenden jüdischen Familien, die ursprünglich zur jüdischen Gemeinde Birstein gehört und dort auch die Synagoge aufgesucht hatten, bildeten ab Ende der 1860er Jahre eine eigene Synagogengemeinde. Ihnen stand seit dieser Zeit ein eigener kleiner Betraum zur Verfügung, der sich im Obergeschoss eines Hauses befand. Im Erdgeschoss des östlichen Gebäudeteiles war ein Stall, an den sich das rituelle Bad anschloss. Im anderen Teilbefand sich im Erdgeschoss eine kleine Wohnung, die an nichtjüdische Familien vermietet wurde, darüber im Obergeschoss der Schulraum und eine kleine Lehrerwohnung.

Zur Verrichtung religiöser-ritueller Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt. Spätestens in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bestand dann ein Schulverband mit Birstein.

Anzeigen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22.Dez. 1887, vom 9.Juni 1890 und vom 14.Mai 1900

Zur jüdischen Gemeinde Hellstein gehörten auch die sehr wenigen Familien aus dem benachbarten Schlierbach und Udenhain.

Als Begräbnisstätte wurde der in Bierstein gelegene jüdische Verbandsfriedhof genutzt.

Juden in Hellstein:

--- 1816 ..........................  6 jüdische Familien,

--- 1835 .......................... 22 Juden,

--- 1868 ..........................  9 jüdische Familien (ca. 50 Pers.),

--- 1885 .......................... 47 Juden (ca. 11% d. Bevölk.),

--- 1895 .......................... 48   “   (ca. 12% d. Bevölk.),

--- 1905 .......................... 30   “   (ca. 7% d. Bevölk.),

--- um 1925 ................... ca. 20   “  ,

--- 1933 .......................... 22   “  .

Angaben aus: Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn, Bd. 1, S. 346

Um 1870 zählte die Gemeinde Hellstein ca. 50 Angehörige in neun Familien, die ihren Lebensunterhalt zumeist als Viehhändler bestritten und recht begütert gewesen sein sollen.

Anfang der 1930er Jahre lebten in Hellstein nur noch knapp 20 jüdische Bewohner.

Das Synagogengebäude in Hellstein wurde an eine nichtjüdische Familie verkauft; deshalb kam es beim Novemberpogrom 1938 hier zu keinen Zerstörungen. (Anm.: Der neue Besitzer hatte das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut; es ist bis heute erhalten.)

Nachweislich wurden 17 gebürtige bzw. länger im Dorf lebende Juden Opfer der NS-Gewaltherrschaft.

Weitere Informationen:

Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn, Societäts-Verlag, Frankfurt/M. 1971, Bd. 1, S. 346

Jürgen Ackermann, Die Juden in und um Birstein im 17. und 18.Jahrhundert, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 93/1988, S. 95 – 110

Jürgen Ackermann, Die Hellsteiner Synagoge, in: "Brachttal Nachrichten" 26/1988 und 28/1988

Jürgen Ackermann, Von den letzten Hellsteiner Juden, in: "Brachttal Nachrichten" 34/1988

Jürgen Ackermann, Das Schicksal eines Hellsteiner Juden, in: "Brachttal Nachrichten" vom 26.6.1992

Christa Wiesner, Der jüdische Friedhof in Birstein, in: "Birsteiner Heimatbote", o.J.

Thea Altaras, Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945?, Neubearbeitung, Königstein 2007, S. 333/334

Hellstein mit Schlierbach und Udenhain, in: alemannia-judaica.de (mit Dokumenten zur jüdischen Ortshistorie)