Paderborn (Nordrhein-Westfalen)

Paderborn – derzeit fast 150.000 Einwohner zählend – ist eine Großstadt im Osten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Die Bedeutung der Juden in Paderborn vor 1350 war relativ gering. Mitte des 14. Jahrhunderts wurden im Verlauf der Pestpogrome Juden in Ostwestfalen vertrieben und teilweise auch ermordet; kurzzeitig sollen gegen Ende des 14.Jahrhunderts erneut einige Juden in der Stadt gelebt haben. Nach etwa zwei Jahrhunderten ließen sich dann wieder jüdische Familien in Paderborn nieder; dabei wurden sie vom Fürstbischof unterstützt.

Paderborn um 1650, Kupferstich von Merian d. Älteren (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Seit der Mitte des 16.Jahrhunderts waren im Hochstift Paderborn kontinuierlich Juden ansässig; 1704 lebten insgesamt 132 jüdische Familien - verteilt auf 32 Ortschaften - im Fürstbistum. Die zahlenmäßig größten jüdischen Ansiedlungen befanden sich seinerzeit in Warburg, Paderborn, Beverungen, Borgentreich, Brakel und Steinheim.

Zahlreiche Verordnungen reglementierten das Leben und die Betätigung der jüdischen Familien; grundlegend für das 18.Jahrhundert waren die im „General Glaidt für die Judenschafft des Stiffts Paderborn“ fixierten Bestimmungen, die 1704 zum Regierungsantritt von Fürstbischof Franz Arnold verfügt worden und fast unverändert bis in die Zeit der Emanzipation gültig waren. Mit der Übernahme der Landesherrschaft durch Preußen änderte sich für die jüdische Bevölkerung kaum etwas. Die jüdische Bevölkerung, die zeitweise ca. 2% der Gesamtbevölkerung ausmachte und mehrheitlich vom Getreide- und Viehhandel lebte, wohnte vor allem im südlichen Teil des Stifts Paderborns; in der Stadt selbst wohnte sie in der Königssträßerbauernschaft, wo auch ihre Synagoge stand. Trotz wiederholter Pogrome seitens der Stadtbevölkerung konnten die Juden Paderborns - unter bischöflichem Schutz - weiter in der Stadt bleiben.

Bis in die 1880er Jahre befand sich ein jüdisches Bethaus in der Padergasse, daneben ein „Schullocal“. Als beide Gebäude baufällig und zu klein geworden war - inzwischen war auch die Gemeinde angewachsen - ließ man zunächst ein Schulgebäude und Jahre später einen Synagogenneubau Ecke Kasseler Straße errichten, der im Sommer 1882 vom Kölner Rabbiner eingeweiht wurde. Die neue Synagoge war ein im orientalischen Stil errichteter Ziegelsteinbau mit einem achteckigen Aufbau; in ihr fanden fast 200 Männer und auf einer Empore etwa 100 Frauen Platz.

Am Busdorf - Ansicht mit Synagoge (hist. Postkarte, um 1925)

            

                                                               Synagoge Paderborn (links), hist. Postkarte                            Synagoge Paderborn, Gemälde von A. Dettmar

Der erste jüdische Friedhof in Paderborn lag vermutlich am südlichen Ende de Padergasse – unweit der alten Synagoge am Liboriberg; das Areal wurde von 1728 bis ca. 1800 belegt. Der jüdische Friedhof am Hilligenbusch bestand bis 1925. (Anm.: 1930 verkaufte die Gemeinde das Gelände an die Stadt Paderborn; heute befindet sich hier eine Grünfläche.)

Das bis 1893 genutzte jüdische Gelände an der Borchener Straße (nahe Westernthor) wurde schließlich durch den neu angelegten Friedhof an der Warburger Straße ersetzt. Grabsteine des ehem. Friedhof am Hilligenbusch wie auch des an der Borchener Straße gelegenen Begräbnisareals sind heute nicht mehr vorhanden.

Zur jüdischen Kultusgemeinde zählten auch die Familien aus Neuhaus, Kirchborchen, Neuenbeken und Nordborchen.

Die Paderborner Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk des Fürstbistums Paderborn mit Sitz in Warburg.

Juden in Paderborn:                                                                                                                            

        --- um 1630 ..................   4 jüdische Familien,

    --- um 1650 ..................  77     “       “    ,*    * im Hochstift Paderborn

    --- um 1660 ..................  11     “       “    ,

    --- um 1740 .............. ca. 210     “       “    ,* 

    --- um 1800 .................. 100 Juden,

    --- 1839 ..................... 253   “  ,

    --- 1864 ..................... 366   “  ,

    --- 1871 ..................... 371   "  ,

    --- 1881 ..................... 405   “  ,

    --- 1893 ..................... 372   “  ,

    --- 1901 ..................... 421   “   (1,7% d. Bevölk.),

    --- 1913 ..................... 365   “  ,

    --- 1925 ..................... 304   “   (in ca. 80 Familien),

    --- 1932 ..................... 310   “  ,

    --- 1933 (Juni) .............. 273   “  ,

    --- 1935 ..................... 170   “  ,

    --- 1941 (Dez.) ..............  68   “  ,**       ** davon 49 Pers. im jüdischen Waisenhaus

    --- 1942 (Juni) ..............  34   “  ,

             (Aug.) ..............  keine.

Angaben aus: Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil III: Reg.bez. Detmold, S. 464

und                 Margit Naarmann, “Von ihren Leuten wohnt hier keiner mehr” - Jüdische Familien in Paderborn ...                                          

In der Wilhelminischen Zeit war Paderborn ein Zentrum des katholischen Antisemitismus, der vor allem von den dortigen Theologen Rohling und Rebert gepredigt wurde. Von der antisemitischen Agitation des protestantischen Hofpredigers Stöcker blieb das Paderborner Land jedoch verschont.

Gegen Ende der Weimarer Republik war die Paderborner jüdische Gemeinde, zu der auch Mitglieder aus den umliegenden Orten wie Bad Lippspringe und Neuhaus gehörten, zahlenmäßig im Niedergang begriffen. Sie umfasste noch etwa 300 Menschen, die zudem noch überaltert waren. Grund für diese Überalterung mögen wohl die fehlenden Erwerbsmöglichkeiten gewesen sein, die jüngere Menschen abwandern ließen. Die finanzielle Lage der Gemeinde war schlecht, und sie konnte kaum noch den Lehrer, Vorsänger und Schächter bezahlen; auch Schulgebäude, Synagoge und Friedhof mussten unterhalten werden. Vorsitzender der Synagogengemeinde war damals Dr. Rose.

Anfang der 1930er Jahre gehörten die in Paderborn lebenden Juden zumeist dem bürgerlichen Mittelstand an; neben ca. 20 jüdischen Geschäftsleuten - meist in der Textilbranche tätig - gab es mehrere jüdische Ärzte und Rechtsanwälte in der Stadt.

 Kaufhaus Steinberg & Grünebaum am Rathausplatz (hist. Aufn., um 1930)

Anm.: Die aus Geseke stammende Familie Grünebaum war Inhaberin des großen Kaufhauses am Rathausplatz 7; sie hatte das Geschäftshaus in den 1920er Jahren vom Kaufmann Herzheim übernommen. Bis zum Jahre 1937 war es dann im Besitz der Familie Grünebaum. Unter dem Druck der Nationalsozialisten wurde es „arisiert“ und unter dem Namen „Modehaus Pötz" weitergeführt. Die Familie Grünebaum emigrierte in die USA.

Bereits Mitte März 1933 wurden in Paderborn Käufer am Betreten jüdischer Geschäfte gehindert und auf dem Wochenmarkt Plakate mit der Aufschrift „Kauft nicht bei Juden !” gezeigt. In der Nacht vom 28./29.März warfen SA-Angehörige Schaufenster bzw. Fenster jüdischer Geschäfte bzw. Wohnungen ein.

                   Über die Boykott-Aktion am 1.4.1933 berichtete tagsdarauf der „Lippspringer Anzeiger”:

Die Boykottaktion in Paderborn

Auf Glockenschlag 10 Uhr rückten heute vormittag Gruppen von SS. und SA.-Leuten in die Stadt, um die angekündigte Boykottabwehr ins Werk zu setzen. Erfreulicherweise hatte die Reichsleitung der Boykottabwehr den Ortsstellen diesmal genaue Anweisungen gegeben, um insbesonders die Disziplin zu wahren und irgendwelche Gewaltanwendungen oder persönliche Belästigungen und Sachbeschädigungen zu unterbinden. ... Die Judenschaft hat die glatte Durchführung der Maßnahmen von sich aus dadurch unterstützt, indem sie einer Anweisung ihrer Organisation folgend, ihre Geschäfte heute geschlossen hält. Dadurch wurde die Durchführung des Boykotts natürlich sehr erleichtert ... In den Straßen kam es vor den betreffenden Geschäften am heutigen Vormittag zu größeren Menschenansammlungen. Es handelte sich dabei meist um Neugierige, ... An den Fenstern hatte man Plakate angeheftet, die für den Boykott warben und vor den verschlossenen Türen hatten einige Nationalsozialisten Aufstellung genommen. ... Man darf schon im Interesse der allgemeinen Beruhigung wünschen, daß sich eine Wiederholung der Aktion in den Straßen erübrigt.

Im Laufe des Frühherbstes 1935 kam es in Paderborn zu einer „Demonstration gegen Judentum und politischen Katholizismus”, an der mehrere hundert NSDAP-Anhänger teilnahmen. Kurz darauf wurden Paderborner Gebäude mit antisemitischen Parolen beklebt; auch kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf einzelne Juden.

Nach ideologischer Vorbereitung durch den NSDAP-Kreisleiter Plagemann übernahm vor allem der SS-Hauptsturmführer Nagorny die aktive Rolle in der Reichspogromnacht vom November 1938 in Paderborn: SS-Angehörige zogen randalierend durch die Straßen, plünderten und nahmen zahlreiche Juden fest. Nachdem die Paderborner Synagoge zunächst ‚nur’ aufgebrochen und geplündert worden war - der Kreisbrandmeister hatte auf die angrenzenden Häuser verwiesen -, wurde sie am Nachmittag des 10.November 1938 von SA- und SS-Angehörigen vor Tausenden von Schaulustigen in Brand gesetzt. Auch der Bürgermeister und der Stadtbaurat waren anwesend. Letzterer beteiligte sich auch aktiv an der Brandlegung. Auch das jüdische Gemeindehaus wurde zerstört. Die Synagogenruine wurden bald darauf abgebrochen; auf dem Gelände legte die Stadt nach Kriegsbeginn ein unterirdisches Wasserreservoir an.                                    

                                    Brennende Synagogenkuppel (hist. Aufn., Stadtarchiv)

62 Paderborner und Salzkottener Juden wurden inhaftiert, zur Sammelstelle nach Bielefeld gefahren und danach ins KZ Buchenwald verschleppt; zwei Männer starben dort an den Folgen der Misshandlungen. - Ende des Jahres 1938 musste die jüdische Gemeinde ihren gesamten Grundbesitz an die Kommune übertragen; das galt für das Grundstück mit der Synagogenruine wie auch für die beiden jüdischen Friedhöfe. Nach Auflösung der jüdischen Vereine wurde nun das jüdische Waisenhaus mit der Synagoge zum religiösen Zentrum der Gemeinde.

Angeschlossen war eine kleine Hausschule, in der etwa 50 Kinder vom Lehrer David Köln unterrichtet wurden; mit den neuen Unterrichtsfächer Englisch und Hebräisch sollten die Kinder auf eine Auswanderung vorbereitet werden. Wegen der rückläufigen Schülerzahl ordnete die Schulabteilung der Reichsvereinigung im Frühjahr 1942 die Schließung der Paderborner Schule und die Übersiedlung der Schüler nach Ahlem bei Hannover an. Die wenigen dort verbliebenen Kinder wurden wenig später nach Theresienstadt deportiert.

Nachdem die „Arisierung“ den Juden die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen hatte, wanderten weitere Paderborner Juden aus; meist alte, verarmte Leute blieben zurück und wurden in „Judenhäusern“ in der Bachstraße, Geroldstraße, Grube, Gruningerstraße und im Jüdischen Waisenhaus konzentriert. Das „Jüdische Waisenhaus für Westfalen und das Rheinland“ bestand bereits seit 1863; nach 1939 war es - besonders für Kinder und ältere Menschen - eine Art letzter Zufluchtsort, ehe die Deportationen einsetzten. Im Frühjahr 1942 wurde es aufgelöst.

Die erste Deportation Paderborner Juden - zusammen mit anderen aus dem Münsterland und Ostwestfalen - erfolgte am 10.Dezember 1941; Ziel des Transportes war das Ghetto Riga. Ein zweiter Transport folgte Ende März 1942 - vermutlich nach Warschau; über das weitere Schicksal dieser Deportierten ist wenig bekannt. In zwei weiteren Deportationstransporten im Juli 1942 wurden alle noch im Stadtgebiet Paderborns lebenden Juden nach Theresienstadt verfrachtet.  

Bereits ab Sommer 1939 lebten in Paderborn etwa 100 jüdische Frauen und Männer auf einem eingezäunten Teil des Industriegebietes der Stadt in vier Baracken; Zweck des Lagers war der “Arbeitseinsatz von Juden und die Anlernung und Umschichtung von Juden zu körperlicher, vorwiegend landwirtschaftlicher und gärtnerischer Arbeit als Vorbereitung ihrer Auswanderung”.  Dank der jüdischen Selbstverwaltung des Lagers waren die Lebensbedingungen erträglich. Die jüdischen Arbeitskräfte wurden im Straßenbau, in der städtischen Gärtnerei, in landwirtschaftlichen Betrieben sowie in der Straßenreinigung, Müllabfuhr und Friedhofspflege eingesetzt. Nur ein Drittel der Arbeitskräfte erhielt eine Entlohnung, wobei die Löhne für die täglich zehnstündige Arbeit für den Lageraufenthalt ‚verrechnet’ wurden. Ab Sommer 1941 wurde das Lager am Grünen Weg in ein reines Arbeitslager umgewandelt; die meisten Insassen arbeiteten nun für die Stadt Paderborn. Ende Februar 1943 wurde das Lager geschlossen, die jüdischen Insassen wurden zunächst nach Bielefeld - zur Sammelstelle ‘Kyffhäuser’ - transportiert, von wo sie vermutlich nach Auschwitz deportiert wurden.

Auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Warburger Straße, auf dem von 1887 bis 1938 Begräbnisse stattgefunden haben und der dann wieder nach 1945 bis in die Gegenwart genutzt wird, sind derzeit ca. 150 Grabsteine vorhanden.

http://www.juedische-friedhoefe.info/files/Juedische%20Friedhoefe/Friedhoefe/Ostwestfalen/Paderborn/Einganga.jpg https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/86/Paderborn-j%C3%BCdischer_Friedhof-3.jpg

Eingang zum Taharahaus und Grabmale auf dem jüdischen Friedhof Paderborn (Aufn. Athde, 2013, aus: commons.wikimedia.org)

Knapp ein Jahrzehnt nach Kriegsende gründeten jüdische Überlebende aus den umliegenden Landkreisen Höxter, Lippstadt, Soest und Warburg die Jüdische Kultusgemeinde Paderborn. 1959 wurde die neue Synagoge auf einem Grundstück in der Nähe des alten jüdischen Friedhofs in der Pippinstraße eingeweiht werden. 1962 zählten zur Gemeinde ca. 55 Angehörige. 2005 umfasste die hiesige jüdische Gemeinde etwa 80 Mitglieder.

                           neue Synagoge Pippinstraße (Aufn. J. Majoros-Danowski)

Seit 1993 erinnert gegenüber dem heutigen Amtsgericht eine aus farbigen Ziegeln erstellte Wand an den Standort der alten Paderborner Synagoge.

          Mahnmal (Aufn. aus: gcjz-paderborn.de) 

Auf mehreren hier angebrachten Schrifttafeln sind die Namen der jüdischen NS-Opfer verzeichnet; darüber hinaus informiert eine weitere Inschrift:

Hier stand seit 1882 die Synagoge der jüdischen Gemeinde Paderborn.

Sie wurde am 10.November 1938 während nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in Brand gesetzt und zerstört.

Zum Andenken an unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger,

die in den Jahren 1933 bis 1945 gedemütigt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden.

Gedacht wird auch der Opfer aus dem ehemaligen jüdischen Arbeitslager

und aus dem ehemaligen jüdischen Waisenhaus in Paderborn.

Drei Jahre zuvor war ein Denkmal an der heutigen Blindenschule in Paderborn enthüllt worden, das an die 20 jüdischen Kinder und ihre Erzieher erinnert, die aus dem ehemaligen jüdischen Waisenhaus verschleppt und umgebracht wurden.

In Erinnerung und zum Gedenken an die Deportationen von den Bahnhöfen Paderborn-Nord und Kasseler Tor wurden am 10. Dezember 2013, dem 72. Jahrestag der ersten Deportation, auf diesen beiden Paderborner Bahnhöfen Tafeln mit den Namen der Deportierten aufgestellt.

Eine Beteiligung am sog. „Stolperstein-Projekt“ soll künftig auch in Paderborn erfolgen; neben der Erinnerung an jüdische Opfer soll auch Personen anderer Verfolgtengruppen der NS-Zeit gedacht werden.

 Als Tochter des jüdischen Kaufmanns Rosenbaum wurde Jenny Aloni 1917 in Paderborn geboren. Nach Beendigung ihrer Schulausbildung und einer Vorbereitung in einem Hachschara-Lager verließ sie 1939 Deutschland und ging nach Palästina; ihre Eltern blieben zurück und fielen der Shoa zum Opfer. Mehrere Jahre gehörte Jenny Aloni einer jüdischen Einheit der britischen Armee an. Als Schriftstellerin wurde in den 1960er Jahren durch ihren Erstlingsroman „Zypressen zerbrechen nicht” bekannt; 1967 erhielt die Autorin den Kulturpreis ihrer Heimatstadt Paderborn. Erst zwei Jahrzehnte später - lange Zeit hatte sie keinen Verleger für ihre deutschsprachigen Werke gefunden - trat sie wieder in Erscheinung; seitdem galt Jenny Aloni als bedeutende Autorin, die in Israel in deutscher Sprache veröffentlicht. Jenny Aloni starb 1993 in Ganei Yehuda/Israel. Vor ihrem Geburtshaus in Paderborn steht heute ein kleine Steinstele.

Weitere Informationen:

Georg Joseph Rosenkranz, Über die früheren Verhältnisse der Juden im Paderbornschen, in: Westfälische Zeitschrift 10/1847, S. 259 - 280

Berthold Altmann, Die Juden im ehemaligen Hochstift Paderborn zur Zeit des 17. und 18.Jahrhunderts, Dissertation, Universität Freiburg i.Br. 1924

Hildegard Kraft, Die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage der Juden im Hochstift Paderborn, Dissertation, Universität Münster 1938 (erschienen in: Westfälische Zeitschrift II/1938, S. 101 - 204)

Hans Ch. Meyer, Aus Geschichte und Leben der Juden in Westfalen, ner-tamid-verlag, Frankfurt/M. 1962, S. 170

A. Erich Boskamp, ‘Bau’n wir doch aufs neue das alte Haus’ - Jüdisches Schicksal in Paderborn, Hrg. Stadt Paderborn, Paderborn 1964

Dorothee Schmidt-Potthast, Untersuchungen zur Lage der Juden in Paderborn 1933 - 1938, Examensarbeit, Gesamthochschule Paderborn 1982

Antonius Rübbelke, Lokalgeschichtliche Aspekte des Holocaust in religionspädagogisch-kirchengeschichtlicher Sicht Beispiel der Stadt Paderborn und ihrer Umgebung, Examensarbeit, Gesamthochschule Paderborn 1982

Karl Hüser, Anfänge der Judenverfolgung - Die Verdrängung der jüdischen Mitbürger aus dem öffentlichen Leben Paderborns 1933 - 1945, in: Karl Hüser (Bearb.), Von der Weimarer Republik ins Dritte Reich, Paderborn 1983

Rudolf Muhs, Zwischen Schutzherrschaft und Gleichberechtigung - Die Juden im Hochstift Paderborn um 1800, in: Heimatkundliche Schrift der Volksbank Paderborn 16/1985, Paderborn 1985

Antonius Rübbelke, “Man schämt sich” - Judenverfolgung in Paderborn, in: J.Meybert/A.Klönne (Hrg.), Verdrängte Geschichte - Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933 - 1945, AJZ-Verlag, Bielefeld 1986, S. 121 ff.

Margit Naarmann, Die Paderborner Juden 1802 - 1945 . Emanzipation, Integration und Vernichtung. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Westfalen im 19. und 20.Jahrhundert (Dissertation), in: “Paderborner Historische Forschungen”, Band 1, Schernfeld 1988

Margit Naarmann, Juden und jüdische Kultusgemeinde nach 1945, in: Paderborn 1945 - 1955. Zerstörung und Aufbau, Paderborn 1988, S. 134 - 138

Heinz Bertels, Die ‘Kristallnacht’ in Paderborn, in: Die Warte, Jg. 49, Nr. 58/1988, S. 15

Christine Alber-Longère, Vor 50 Jahren brannten im Hochstift die Synagogen, in: Die Warte, Jg. 49, Nr. 59/1988, S. 11 f.

Arno Herzig, Berührungspunkte und Konfliktzonen von jüdischer Minderheit und christlicher Gesellschaft im 18.Jahrhundert am Beispiel der beiden westfälischen Kleinstaaten Paderborn und Limburg, in: P.Freimark/H.Richtering (Hrg.), Gedenkschrift für Bernhard Brilling, Hamburg 1988, S. 150 - 189

Hubert Frankemölle (Hrg.), Opfer und Täter. Zum nationalsozialistischen und antijüdischen Alltag in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld 1990

Margit Naarmann, Fanny Nathan 1803-1877. Gründerin des jüdischen Waisenhauses in Paderborn, in: A.Brünink/H.Grubitzsch, Was für eine Frau ! Portraits aus Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld 1992, S. 33 - 49 und S. 262 f.

Julius H. Schoeps, Neues Lexikon des Judentums, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1992, S. 353

Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil III: Regierungsbezirk Detmold, J.P.Bachem Verlag, Köln 1998, S. 463 f.

Margit Naarmann, “Von ihren Leuten wohnt hier keiner mehr” - Jüdische Familien in Paderborn in der Zeit des Nationalsozialismus, Paderborner Historische Forschungen, Band 7, SH-Verlag 1998

Michael Zimmermann (Hrg.), Geschichte der Juden im Rheinland und in Westfalen, in: Schriften zur politischen Landeskunde Band 11, Hrg. Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, Kohlhammer Verlag GmbH, Köln/Stuttgart/Berlin 1998

G. Birkmann/H. Stratmann, Bedenke vor wem du stehst - 300 Synagogen und ihre Geschichte in Westfalen und Lippe, Klartext Verlag, Essen 1998, S. 192 - 195

Michael Brocke (Hrg.), Feuer an dein Heiligtum gelegt - Zerstörte Synagogen 1938 Nordrhein-Westfalen, Ludwig Steinheim-Institut, Kamp Verlag, Bochum 1999, S. 422 - 424

Dina van Faassen, “Das Geleit ist kündbar”. Quellen und Aufsätze zum jüdischen Leben im Hochstift Paderborn von der Mitte des 17.Jahrhunderts bis 1802, in: Historische Schriften des Kreismuseums Wewelsburg, Band 3, Klartext-Verlag, Essen 1999

Dina van Faassen, Juden im Paderborner Land im 17. und 18.Jahrhundert, o.O. 2000

Margit Naarmann, ‘ Ein Auge gen Zion’ - Das jüdische Umschulungs- und Arbeitslager am Grünen Weg in Paderborn 1939 - 1943, St. Augustin 2000

Margit Naarmann, Eine ‘vernünftige’ Auswanderung. Geseke, Paderborn, Amerika. Verfolgung und Emigration der Familie Grünebaum, Paderborn 2002

Margit Naarmann, Ende und Neuanfang. Zum Schicksal der ländlichen Juden im Hochstift Paderborn 1933 – 1945, in: Stefan Baumeier/Heinrich Stiewe (Hrg.), Die vergessenen Nachbarn. Juden auf dem Lande im östlichen Westfalen, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, S. 237 ff.

Ausgegrenzt – Ausgelöscht“ – Jüdisches Schicksal in Paderborn 1933 – 1945“ - Ausstellung, erstellt vom Museum für Stadtgeschichte und dem Verein für Geschichte an der Universität Paderborn, 2008/2009

Margit Naarmann, Paderborn,in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Ardey-Verlag, Münster 2013, S. 573 – 590

Auf den Spuren jüdischer Vorfahren - Amerikanische Familie stattet Paderborn Besuch ab, in: Neue Westfälische - Paderborn vom 28.8.2014 (Anm.: Nachkommen der jüdischen Kaufmannsfamilie Grünebaum)

Auf den Spuren jüdischer Wurzeln in Paderborn, Begleitheft zum Audioguide (unter: paderborn.de)