Raschkow (Posen)

 In Raschkow, von 1939–1945 auch Raschkau (poln. Raszków, derzeit ca. 2.000 Einw.) – etwa sieben Kilometer nordwestlich von Ostrowo bzw. östlich von Krotoschin gelegen - sollen seit dem späten 17.Jahrhundert jüdische Familien gelebt haben; bis ins 19.Jahrhundert waren es aber stets nur wenige. Gegen Mitte des 19.Jahrhunderts wuchs deren Zahl relativ schnell bis auf ca. 300 Personen (ca. 60 Familien) an, um danach wieder deutlich abzusinken.

Ihren ersten Betsaal, der sich in einem Gebäude im Besitz des Grafen Skórzewski befand, ersetzte die Gemeinde im Jahre 1868 durch eine neue Synagoge; diese war auf dem inzwischen angekauften Grundstück nach Abriss des alten Betsaals errichtet worden.

Die jüdischen Kinder besuchten zunächst die katholische Ortsschule, danach die neu geschaffene evangelisch-jüdische Gemeinschaftsschule. Religionsunterricht erteilte der hiesige Gemeindevorsteher.

Nördlich der Ortschaft befand sich der jüdische Friedhof.

Juden in Raschkow:

--- 1793 .............................  10 Juden,

--- 1858 ......................... ca. 300   “  ,

--- 1905 .............................  84   “  ,

--- 1913 ......................... ca.  30   “  ,

--- 1920 ......................... ca.  20   “  ,

--- 1939 .............................   3   “  .

Angaben aus: Raszków, in: sztetl.org.pl

   Ak Raszków Raschkow Posen, Katholische Kirche, Schule, Markt historische Ansichtskarte, um 1905 (Abb. aus: akpool.de/ansichtskarten/)

Um 1910 waren es dann nur noch ca. 30 Gemeindeangehörige, die sich der nahen größeren Gemeinde Ostrowo angeschlossen hatten.

Nach der deutschen Okkupation wurden die wenigen verbliebenen jüdischen Einwohner deportiert; ihr Friedhof wurde zerstört.

 

Das ehemalige Synagogengebäude blieb erhalten und wird seitdem zu Wohnzwecken benutzt.

Als Folge der Verwüstung bzw. Zerstörung des jüdischen Friedhofgeländes sind heute hier nur noch spärliche Steinrelikte zu finden. Eine Gedenktafel trägt die Inschrift: "Jüdischer Friedhof in Raszków, von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Beit kwarot".

 

Weitere Informationen:

Aron Heppner/ Isaak Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, Koschmin-Bromberg 1909

Sophia Kemlein, Die Emanzipation der Juden im Großherzogtum Posen 1815 - 1848, Magisterarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1987

Raszków, in: sztetl.org.pl

Raszków, in: kirkuty.xip.pl

Der jüdische Friedhof von Raszków, in: cmentarze-zydowskie.pl/raszkow.htl