Fileck/Filakovo (Slowakei)

 Das slowakische Filakovo (ung. Fülek) entstand im Schutz einer großen Burganlage; die Kleinstadt mit derzeit ca. 10.500 Einwohnern liegt etwa 15 Kilometer südöstlich von Lucenec unweit der ungarischen Grenze (Karte ? 2007, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0).

 fulek Burgruine von Filakovo (Aufn. aus: filakovo.sk)

Ab den 1830er Jahren lassen sich jüdische Bewohner im Orte nachweisen; eine offizielle Gemeindegründung erfolgte aber erst 1872.

Im Jahre 1873 ist die Einweihung eines kleinen Synagogengebäudes erfolgt.

Bereits aus dem ersten Viertel des 19.Jahrhunderts ist die Anlage eines jüdischen Friedhofs am Rande der Ortschaft nachweisbar.

Filakovo war auch Sitz eines Regionalrabbinats, dem ca. 30 kleinere Ortschaften der Umgebung unterstellt waren.

Juden in Fileck/Filakovo:

--- 1861 ......................... 75 Juden,

--- 1887 ........................ 165   “  ,

--- 1900 ........................ 175   “  ,

--- um 1920 ................. ca. 200   “  ,

--- 1944 ........................ 154   “  .

Angaben aus: The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 1), S. 382

und                   The Jewish Community in Fil'akovo, online abrufbar unter: jewishcemeteryfilakovo.org

                    Slovakia, Filakovo Fortepan 6136.jpg Filakowo, Aufn. von 1939 (aus: wikipedia.org, CC BY-Sa 3.0)

Als Ende 1938 Fileck/Filakowo ungarisches Staatsgebiet wurde, begann die Entrechtung und Verfolgung der ca. 150 hier noch lebenden Juden. „Arisierung“ ihrer Geschäfte und Zwangsarbeit bestimmten die Jahre ab 1940. Die Synagoge wurde entweiht und zu einem Lagerhaus umfunktioniert.

Nach der deutschen Besetzung (Frühjahr 1944) wurden die jüdischen Familien zunächst kurzzeitig im nahen Lizenz (Lučenec)ghettoisiert, ehe ihr Abtransport ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erfolgte. Nur wenige haben die Lager überlebt.

 

Nach Kriegsende hielten sich ca. 50 jüdische Überlebende in der Stadt auf.

Das lange unbeachtete und inzwischen verwahrloste Friedhofsareal wurde zu Beginn des 21.Jahrhunderts dank einer Initiative einer nach Australien emigrierten jüdischen Familie wieder in einen ansehbaren Zustand versetzt.

An der Stelle des 1960 abgerissenen Synagogengebäudes befindet sich heute eine Gedenkstele, die an die ehemalige jüdische Gemeinde erinnert.

File:Fiľakovo - Pamätník holokaustu.jpg Gedenkstele (Aufn. Ladislav Luppa, 2015, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 4.0)

 

Weitere Informationen:

The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 1), New York University Press, Washington Square, New York 2001, S. 382

The Jewish Community in Fil'akovo, online abrufbar unter: jewishcemeteryfilakovo.org