Hartmannsweiler (Elsass)

Bildergebnis für elsass gebweiler kreis karte Das im Oberelsass am Fuße der Vogesen, nordwestlich von Mülhausen (Mulhouse) gelegene Hartmannsweiler ist das frz. Hartmannswiller; die kleine Ortschaft mit ihren ca. 600 Einwohnern gehört heute zur Verbandsgemeinde Guebwiller (Ausschnitt aus hist. Landkarte von 1905, aus: wikipedia.org, gemeinfrei).

 

Die Anfänge einer neuzeitlichen jüdischen Gemeinde reichen in Hartmannsweiler vermutlich bis ins 17.Jahrhundert zurück. Möglicherweise hielten sich bereits im 14.Jahrhundert jüdische Familien vorübergehend im Dorf auf.

An religiösen Einrichtungen bestanden eine Synagoge, eine Religionsschule und ein rituelles Bad (Mikwe). Für die Besorgung rituell-religiöser Aufgaben hatte die kleine Gemeinde zeitweise einen jüdischen Lehrer angestellt.

Ein eigener Begräbnisplatz am Ort war nicht vorhanden; verstorbene Gemeindeangehörige wurden auf dem jüdischen Friedhof in Jungholtz beigesetzt.

Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat Soultz, nach 1910 zum Rabbinat Guebwiller.      

Juden in Hartmannsweiler:

--- um 1785 .................... ca. 80 Juden (in 18 Familien),

--- um 1810 ...................  ca. 60  “  ,

--- 1846 ..........................  76  “  ,

--- 1861 ..........................  63  “  ,

--- 1880 ..........................  45  “  ,

--- 1895 ..........................  25  “  ,

--- 1910 ..........................  16  “  ,

--- 1936 ..........................  24  “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 54

 

Das Synagogengebäude muss zu Beginn des 20.Jahrhunderts profaniert worden sein; danach diente es dem neuen Besitzer als Brennerei.

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen wurden die noch im Dorf verbliebenen jüdischen Bewohner nach Südfrankreich abgeschoben.

Nach Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem sind zwei aus Hartmannsweiler stammende Jüdinnen Opfer der „Endlösung“ geworden (namentliche Nennung der betroffenen Personen siehe: alemannia-judaica.de/hartmannswiller_synagogue.htm).

Nach 1945 lebten in Hartmannswiller keine jüdischen Familien.

Das vor mehr als 100 Jahren genutzte ehemalige Synagogengebäude ist bis auf den heutigen Tag erhalten.

                                         Ehem. Synagogengebäude (Aufn. um 1995, aus: cdhf.net)

 

 

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992, S. 164

Hartmannswiller, in: alemannia-judaica.de