Mühlhausen (Thüringen)

Unstrut-Hainich-Kreis Karte Mühlhausen/Thüringen ist heute die Kreisstadt des Unstrut-Hainich-Kreises mit derzeit ca. 34.000 Einwohnern; sie liegt zwischen Nordhausen (im N) und Eisenach (im S) - Abb. aus: ortsdienst.de/thueringen/unstrut-hainich-kreis.

Gebiet der Freien Reichsstadt Mühlhausen, hist. Karte um 1725 (Abb. Lubiesque, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Schon um 1220 wurde die Existenz von Juden im "Mühlhausener Rechtsbuch" – einem der ältesten Gesetzestexte in deutscher Sprache - erwähnt; dabei soll es sich um acht bis zehn jüdische Familien gehandelt haben, deren wirtschaftliche Betätigung vornehmlich der Geldverleih war. Das Judenregal wechselte im Laufe des 14.Jahrhunderts oft seinen Besitzer; zunächst lag es beim Kaiser, danach beim Landgrafen von Thüringen und zeitweilig auch bei der Stadt; so legte z.B. die Stadt 1302 die Judensteuern fest und gestattete Juden, Höfe zu erwerben. Doch ihr Zuzug nach Mühlhausen unterlag starken Restriktionen; gewöhnlich durften sie nur ein Jahr bleiben. Die Tatsache, dass es in Mühlhausen zu damaliger Zeit einen Rabbiner gegeben hat, lässt darauf schließen, dass sich hier schon eine größere Gemeinde gebildet hatte. Eine Synagoge ist erstmals 1380 schriftlich erwähnt; möglicherweise handelt es sich dabei um das Gebäude des heutigen Rathauses in der Ratsstraße.

Genaue Angaben über die Wohnstätten der Juden in der Stadt existieren nicht, vermutlich lagen ihre Behausungen zumeist in der Judengasse, der späteren Wahlstraße und der heutigen Jüdenstraße.

Während des Pestpogroms im Frühjahr 1349 wurden die hier ansässigen Juden erschlagen; der Thüringer Landgraf Friedrich hatte die Stadt dazu aufgefordert. Daraufhin belegte der Kaiser, der das Judenregal zu dieser Zeit innehatte, die Stadt Mühlhausen mit einer hohen Geldbuße. Wenige Jahre später holte man - aus finanziellen Gründen - erneut Juden in die Stadt.

1452 kam es in Mühlhausen zu einem weiterem Pogrom; dabei wurden Juden ihres Besitzes beraubt und mussten - bis auf wenige Ausnahmen - die Stadt verlassen. Die erste jüdische Gemeinde in der Stadt Mühlhausen bestand bis ca. 1510. Was konkret das Ende der jüdischen Gemeinde herbeiführte, kann nicht belegt werden. Letztmals erfährt man von Juden in der Stadt aus dem Jahr 1517. Das Synagogengebäude war bereits 1513 in christlichem Besitz. 20 Jahre später wurden zwar noch Juden in Mühlhausen aufgenommen, doch 1561 „für alle Zeiten“ aus der Stadt verbannt.

Stadtansicht von Mühlhausen/Thüringen, Merian-Stich von ca. 1655 (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Um die Mitte des Dreißigjährigen Krieges finden sich wieder Belege für die erneute Ansiedlung von Juden; Grund dürften Bemühungen des Stadtrates gewesen sein, aus wirtschaftlichen Gründen neue Steuerzahler in die Stadt zu ziehen. „Betteljuden“ war das Betreten der Stadt strikt verboten. Anfang des 18.Jahrhunderts wandelte sich die Stimmung innerhalb der Stadt gegen die jüdischen Bewohner; allein der wirtschaftliche Nutzen für die Stadt konnte eine endgültige Vertreibung verhindern.

1806 wurde in Mühlhausen offiziell eine jüdische Gemeinde gegründet; ab 1808 galt auch hier der „Code Napoleon“, der die Juden uneingeschränkt als gleichberechtigte Staatsbürger anerkannte. Die neue Synagogengemeinde Mühlhausen durfte jetzt öffentliche Gottesdienste abhalten. Bis Mitte des 19.Jahrhunderts wuchs die Mitgliederzahl der jüdischen Gemeinde Mühlhausen auf bis zu 200 Personen an. Am Petristeinweg gab es eine Judenherberge für durchreisende Juden; „Betteljuden“ wurden sofort aus der Stadt ausgewiesen.

1840 erwarb die Gemeinde ein Grundstück in der Jüdenstraße (Grundstück No. 866); dort wurde - nach Genehmigung durch das Preußische Innenministerium - ein Bethaus gebaut und ein Jahr später eingeweiht. Das Vorderhaus wurde als Gemeindehaus, Schulraum und Wohnung für den Kantor oder Rabbiner genutzt.

Mühlhausen im August 1841 (Privatmitth.). Der 6. August dieses Jahres war für die Israeliten Mühlhausens ein feierlicher Tag, wie ihn diese Gemeinde nicht leicht vorher erlebt haben mochte. An diesem Tage fand die Einweihung der geschmackvoll neu erbauten und Behufs der Feier sinnreich geschmückten Synagoge, nachmittags 1 1/2 Uhr Statt. Der wohllöbliche Vorstand, bestehend aus den Gemeindemitgliedern, den Herren Kaufleuten Mankiewitz und Oppe, sowie dem Herrn Dr. med. Rosenthal hatten durch ein besonderes Programm und ausgegebene Einladungsscharten dazu außer ihren Glaubensgenossen auch folgende Bewohner eingeladen: die Vorgesetzten der Stadt, die Geistlichkeit, die Generalität, die oberen Gerichtspersonen, die Gymnasiallehrer und die Direktoren sämtlicher Schulanstalten, sowie die Stadtverordneten nebst anderen Angesehenen. Ein großer Theil erschien und kaum reichte der etwas beschränkte Raum aus; ungeachtet die christliche Geistlichkeit sich nicht eingefunden hatte, weil ihnen von ihrem Oberhaupte eine Kabinetsordre vom Jahre 1822 in Erinnerung gebracht worden war, welche das Besuchen von dergleichen Feierlichkeiten untersagt. Die Gymnasiallehrer waren sämmtlich zugegen; ... außer der gottesdienstlichen Feier, hatte die Gemeinde, die bereits durch Aufführung ihres Tempels eine Summe von 3-4000 Talern verwendet hatte, auch noch den folgenden Tag alle jüdische Arme und überdies 42 christliche Dürftige öffentlich gespeist, so wie sie auch ihre Freude über ihr erreichtes Ziel durch ein gemeinsames frohes Mahl und einen Ball im neuen Schauspielhaus zu erkennen gab.“

(aus: „Allgemeine Zeitung des Judentums“ vom 4.9.1841)

Jüdische Kinder besuchten schon im 19.Jahrhundert die städtischen Schulen; einmal wöchentlich nahmen sie am jüdischen Religionsunterricht teil, der im Gemeindehaus erteilt wurde.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20187/Muehlhausen%20AZJ%2030011859.jpg    gemeindliche Stellenangebote in Anzeigen von 1859, 1888 und 1916

                                      Synagoge in Mühlhausen (Aquarell E. Vater)

Seit 1451 ist der erste jüdische Friedhof in Mühlhausen nachweisbar; er lag damals außerhalb der Stadtmauern. Dieses spätmittelalterliche Begräbnisareal hat die Zeiten überdauert und wurde auch im 18. und 19.Jahrhundert weiterhin von der Gemeinde genutzt. 1872 erhielt die jüdische Gemeinde eine neue Begräbnisstätte zugewiesen; sie lag in einer Ecke des kommunalen Friedhofs an der Eisenacher Straße. Um 1900 musste auf Anweisung des Stadtrates der alte jüdische Friedhof geräumt werden; ein Teil der Grabsteine wurde auf den neuen Friedhof umgesetzt.

Juden in Mühlhausen:

        --- um 1375 .........................    8 jüdische Familien,

    --- 1418 ............................   18     “       “    ,

    --- 1452 ............................   10     “       “    ,

--- 1693 ............................    4     “       “    ,

    --- 1793 ............................   78 Juden,

    --- 1808 ............................   11 jüdische Familien,

    --- 1827 ............................  103 Juden,

    --- 1854 ........................ ca.  190   “  ,

    --- 1861 ............................  161   “  ,

    --- 1871 ............................  158   “  ,                

    --- 1881 ............................  196   “  ,

    --- 1905 ............................  180   “  ,

    --- 1910 ............................  168   “  ,

    --- 1925 ............................  192   “  ,

    --- 1933 ............................  204   “  ,

    --- 1943 ............................   keine,

    --- 1946 ............................   19   “  .

Angaben aus: Germania Judaica, Band III/2, Tübingen 1995, S. 885

und                Carsten Liesenberg, Zur Geschichte der Juden in Mühlhausen und Nordthüringen, S. 60

Ihren Lebensunterhalt bestritten die Juden Mühlhausens als Betreiber von Wirkerei- und Strickereifabriken, als Inhaber zahlreicher Ladengeschäfte und eines Kaufhauses. Die Familie Oppé - Besitzer der Oppenheimer Weberei in der Kurzen Jakobigasse und damit einer der größten Arbeitgeber Mühlhausens - war eine der einflussreichsten jüdischen Familien in der Stadt.

Bei der ersten Volkszählung im Deutschen Reich wurden im Landkreis Mühlhausen insgesamt 158 Juden festgestellt, von denen alle in der Kreisstadt lebten. Ihre Zahl änderte sich im Laufe der folgenden 50 Jahre nicht wesentlich und lag ständig bei ca. 200 Personen; dies entsprach etwa 0,5% der Gesamtbevölkerung von Mühlhausen. Zu Beginn der 1930er Jahre lebten ca. 200 Bewohner israelitischen Glaubens in der Stadt.

Nach der NS-Machtübernahme wurde auch in Mühlhausen am 1.April 1933 der Boykott jüdischer Geschäfte durchgeführt; SA-Posten hinderten potenzielle Käufer am Betreten der Geschäfte. In den folgenden Jahren wurden ähnliche Aktionen durchgeführt - so wurde beispielsweise Käufer in jüdischen Geschäften fotografiert. Die allmähliche Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben führte auch in Mühlhausen zu einer Verarmung der jüdischen Geschäftsleute. So wurde z.B. das Kaufhaus Manasse (am Steinweg) vom Kaufhaus Hellbach und das Kaufhaus Eckmann (Görmarstraße) von der Fa. Reinhold & Papst „übernommen“.

         Geschäftsanzeige über "erfolgreiche Arisierung" des Kaufhauses Manasse

In der Pogromnacht von 1938 wurde der Innenraum der Synagoge zerstört, Akten und Bücher der Gemeinde verbrannt sowie das Gotteshaus entweiht. Der damalige NSDAP-Kreisleiter Paul Vollrath ließ den Rabbiner Max Rosenau in den Innenhof der Synagoge führen; dort wurde dieser durch Schüsse lebensgefährlich verletzt. 31 jüdische Männer wurden verhaftet und anschließend ins KZ Buchenwald gebracht. Der jüdische Friedhof blieb von Schändungen verschont.

                  In der „Thüringer Gauzeitung” vom 11.11.1938 wurde über die Ereignisse wie folgt berichtet:

... Die Kunde von dem traurigen Erfolg des feigen Judenmörders Grünspan in Paris ging am Mittwochabend mit einem Sturm der Empörung und Entrüstung durch unsere Stadt. ... Kein Wunder, daß sich diese Empörung Luft machte, daß sie der Anlaß war, um die Zentrale der leider immer noch in Mühlhausen bestehenden Judengemeinde, die Synagoge in der Horst-Wessel-Straße 13, zu zerstören. Ein Teil der empörten Bevölkerung zog in der Nacht zum Donnerstag spontan nach der Synagoge, vernichtete ihre Einrichtung sowie ... jüdische Schule. ... Zu ihrem eigenen Schutze, aber wohl auch, um ihnen jede Gelegenheit zu nehmen, ... deutsche Menschen zu bedrohen oder anzugreifen, wurden dann gestern in den ersten Morgenstunden die männlichen Juden Mühlhausens in Schutzhaft genommen und zunächst in der Turnhalle des Fritz-Sauckel-Hauses untergebracht.

Ab 1940 wurden die noch in Mühlhausen verbliebenen Juden in „Judenhäuser“ in der Kilianstraße 47, am Bastmarkt 1 und in der damaligen Horst-Wessel-Straße 13 eingewiesen. Am 14.April 1942 wurden die letzten Gemeindemitglieder deportiert; dabei sollen sie am helllichten Tage unter Schmährufen der Bevölkerung zum Bahnhof geführt worden sein, von wo sie dann abtransportiert wurden.

Nach Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem und des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden ..." sind nachweislich insgesamt 67 gebürtige bzw. längere Zeit in der Stadt ansässig gewesene jüdische Mühlhausener Bürger Opfer der „Endlösung“ geworden (namentliche Nennung der betroffenen Personen siehe: alemannia-judaica.de/muehlhausen_synagoge.htm).

In Mühlhausen gab es 1944/1945 zwei Außenkommandos des KZ Buchenwald:‘ Martha I’ - hier produzierten ca. 800 männliche Häftlinge Flugzeugmotorenteile für Junkers - und ‘Martha II’ - hier stellten etwa 700 Jüdinnen aus Polen und Ungarn Flugzeugteile und Zünder her. Untergebracht waren die Jüdinnen in einem Barackenlager vor der Stadt; zu ihrem Arbeitsplatz wurden sie durch die Straßen getrieben. Nach der Liquidierung des Lagers Anfang März 1945 wurden die überlebenden weiblichen Häftlinge ins KZ Bergen-Belsen abtransportiert.

 

Im östlichen Bereich des ehem. kommunalen Friedhofsareals befindet sich das jüdische Begräbnisfeld, auf dem man ca. 150 Grabsteine antrifft. Da der kommunale Friedhof aufgelöst und teilweise überbaut wurde, liegt der jüdische Friedhof nun am Rande einer Grünanlage; er wurde in den 1970er und 1980er Jahren mehrfach geschändet.


Jüdischer Friedhof in Mühlhausen (Aufn. R.Hauke, 2012, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Nach Kriegsende erhielt die neu etablierte jüdische Gemeinde in Mühlhausen das Synagogengebäude rückübertragen. Doch in den 1960er Jahren löste sich die Gemeinde wieder auf; der Synagogenbau verwaiste und wurde schließlich als Lagerraum genutzt. Nach der sog. „Wende“ 1989 flossen aus öffentlichen Mitteln Gelder für die Restaurierung und den Erhalt des Synagogengebäudes.

  

Restaurierte Synagoge und -innenraum (Aufn. Tino Sieland/Stadt Mühlhausen)

 

 

Am 9.November 1998 - am 60.Jahrestag der Reichspogromnacht - wurden die Mühlhausener Synagoge und das Gemeindehaus in Anwesenheit des damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel wieder eingeweiht; Synagoge und Gemeindehaus dienen heute als Begegnungsstätte. Zwar hat sich noch keine Gemeinde in Mühlhausen konstituiert; doch soll die Synagoge von der wachsenden jüdischen Landesgemeinde Thüringens genutzt werden, die zur Zeit etwa 360 Mitglieder umfasst.

                        http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20294/Muehlhausen%20Synagoge%20730.jpg Informationstafel (Aufn. J. Hahn, 2011)

Die Kreisstadt Mühlhausen beabsichtigt, die Synagoge in der Jüdenstraße als „besonderen Ort“ der Geschichte zu beleben; so soll diese als religiöse Stätte, Baudenkmal und Ort der Begegnung mit jüdischer Geschichte und Kultur erhalten werden.

Eine Gedenktafel im Lindenbühl trägt unter dem Davidstern die kurze Inschrift: "Zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Faschismus von Mühlhausen 1933 - 1945".

2010 wurden die ersten sog. „Stolpersteine“ in Mühlhausen verlegt; in mehreren Verlegeaktionen kamen weitere hinzu, so dass es inzwischen mehr als 60 Steine sind (Stand 2020); neben Juden wird auch an Angehörige anderer NS-Opfergruppen erinnert.

In der Johannisstraße erinnert z.B. ein Stolperstein an Max Scheps*.

* Anm.: Max Scheps (geb. 1880 in Militsch/Oberschlesien) erwarb in Mühlhausen - zusammen mit Hugo Hirsch – in den 1920er Jahren das Lebensmittelgeschäft Paul Rudolph Nachfolger mit seinen vier Filialen. In der Pogromnacht von 1938 wurde Max Scheps zusammen mit weiteren 30 Mühlhäuser Juden inhaftiert und ins KZ Buchenwald verschleppt. Nach seiner Entlassung übernahm er 1939 die Führung der jüdischen Gemeinde von Mühlhausen, nachdem Rabbiner Rosenau ausgewandert war. Seine Geschäfte wurden „arisiert“; er selbst wurde mit seiner Frau 1942 nach Theresienstadt deportiert, von dort 1944 nach Auschwitz verfrachtet und ermordet.

 

Im südöstlich von Mühlhausen gelegenem (Bad) Langensalza gab es im späten Mittelalter eine jüdische Gemeinde, die über eine Synagoge in der Judengasse und ein Begräbnisgelände am „Judenhügel“ verfügte; der Weg zum jüdischen Friedhof führte durch das sog. „Klagetor“. Während des Pestpogroms von 1349 ließ der Vogt von Salza die hier lebenden Juden ermorden bzw. vertreiben. In den folgenden Jahrzehnten lässt sich erneut die Existenz von Juden in Langensalza nachweisen, nachdem in einem 1356 abgeschlossenen Abkommen zwischen dem Thüringer Landgrafen und dem Mainzer Erzbischof die Ansiedlung jüdischer Familien gestattet worden war; 1418 sollen es ca. 80 Personen gewesen sein. Auf Anweisung des thüringischen Landgrafen wurden sie ihres Grundbesitzes beraubt und 1436 endgültig aus der Stadt gewiesen. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts ließen sich wieder vereinzelt jüdische Familien in Langensalza nieder; sie gehörten der Synagogengemeinde Mühlhausen an; um 1930 waren es kaum 30 Personen. Nachweislich wurden vier jüdische Einwohner Langensalzas Opfer der Shoa.

Nach Kriegsende kehrte nur ein einziger jüdischer Bewohner Langensalzas (Jacob Salomon) hierher zurück.

Seit 2010 findet man in den Straßen des Ortes sog. „Stolpersteine“; angestoßen wurde die Teilnahme am „Stolperstein“-Projekt von Schüler/innen des Salza-Gymnasiums.

                                       Stolperstein für Fritz SchlesingerStolperstein für Irma Schlesinger geb. GossmannStolperstein für Günther SchlesingerStolperstein für Arthur GossmannStolperstein für Nettchen Gossmann

"Stolpersteine“ für Fam. Schlesinger/Gossmann, Rathausstraße (Aufn. Gmbo, 2019, aus: wikipedia.org, CCO)

 Stolperstein für Jacob SalomonAuch für Jacob Salomon, der zwei Konzentrationslager überlebt hatte und bis 1977 in Bad Langensalza wohnte, wurde vor seinem ehemaligen Geschäft in der Bergstraße ein "Stolperstein" verlegt.

 

Weitere Informationen:

Germania Judaica, Band II/1, Tübingen 1968, S. 550 – 553, Band III/1, Tübingen 1987, S. 718 – 720 (Langensalza) und Band III/2, Tübingen 1995, S. 885 – 893 (Mühlhausen)

Rolf Aulepp, Die Mühlhäuser Synagoge u. der jüdische Friedhof nach der Kristallnacht von 1938, in: "Mühlhäuser Beiträge", No.10/1987, S. 98 f.

Rolf Barthel, Zur Geschichte der jüdischen Gemeinden auf dem Eichsfeld und in Mühlhausen, in: "Eichsfelder Heimathefte", Heft 2/1988, S. 116 f. - Heft 3/1988, S. 195 f. - Heft 4/1988, S. 349 f.

Carsten Liesenberg, Juden in Mühlhausen - ihre Geschichte, Gemeinde und bedeutende Persönlichkeiten, o.O. 1989

Manfred Thiele, Im Schatten des gelben Sterns - Schicksale Mühlhäuser jüdischer Bürger, Hrg. Kreiskabinett für Kulturarbeit, Mühlhausen 1990

Helmut Eschwege, Geschichte der Juden im Territorium der ehemaligen DDR, Dresden 1990, Band II, S. 870 f.

Gerhard Günther, Zur Geschichte der Juden in Mühlhausen, in: "Mühlhäuser Beiträge", Heft 14/1991, S. 52 - 59

Zeugnisse jüdischer Kultur - Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Tourist Verlag GmbH, Berlin 1992, S. 278 - 280

M.Brocke/E.Ruthenberg/K.U.Schulenburg, Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin), in: "Veröffentlichungen aus dem Institut Kirche und Judentum", Hrg. Peter v.d.Osten-Sacken, Band 22, Berlin 1994, S. 445 und S. 505 – 509

Monika Kahl, Denkmale jüdischer Kultur in Thüringen (Kulturgeschichtliche Reihe, Band 2), Hrg. Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege, Leipzig 1997, S. 107 f.

Claus Peter Müller, “Zerstört, entweiht, wiederentdeckt und renoviert”. Die alte Synagoge im thüringischen Mühlhausen erscheint in neuem Glanz, in: "FAZ -  Frankfurter Allgemeine Zeitung"  vom 9.11.1998

Carsten Liesenberg, Zur Geschichte der Juden in Mühlhausen und Nordthüringen, in: Mühlhauser Beiträge, Sonderheft 11, Hrg. Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein, Mühlhausen 1998

Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 – 1945, Bd. 8 (Thüringen), Frankfurt/M. 2003, S. 303 – 305 (Langensalza)

Spurensuche nach jüdischem Leben in Thüringen, Hrg. Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, Bad Berka 2004

Israel Schwierz, Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation, hrg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Sömmerda 2007, S. 58/59 und S. 180 – 189

Jürgen Wand (Red.), Mühlhäuser sucht nach Beweis für verschollene Synagoge, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 4.9.2010

Maike Lämmerhirt, Jüdisches Leben im mittelalterlichen Mühlhausen, in: "Mühlhäuser Beiträge", No.35/2011, S. 73 – 90

Roland Lange (Red.), Jüdischer Grabstein von 1432, in: „Mühlhäuser Allgemeine“ vom 25.10.2011

N.N. (Red.), Mühlhausen: Jüdischer Grabstein wird untersucht, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 9.3.2012

Martin Sünder, Die jüdischen Friedhöfe in Mühlhausen, in: "Mühlhäuser Beiträge", No.36/2012, S. 63 - 76

Geschichte der Juden in Mühlhausen, in: Netzwerk für jüdisches Leben in Thüringen, online abrufbar unter: juedisches-leben-thueringen.de

Mühlhausen (Thüringen), in: alemannia-judaica.de (mit diversem Dokumentenmaterial zur jüdischen Ortshistorie und zahlreichen Aufnahmen vom jüdischen Friedhof)

Distanzen – Jüdisches Leben in Mühlhausen“ - Ausstellung in der Alten Kämmerei in Mühlhausen, Jan. 2012 – Jan. 2013 (als Buch unter dem gleichen Titel 2013 veröffentlicht)

Hans-Werner Hahn (Bearb.), Vom reichsstädtischen Schutzjuden zum preußischen Staatsbürger. Wege der deutschen Judenemanzipation am Beispiel Mühlhausens, in: Jens Beger (Hrg.), Hessen und Thüringen. Festschrift für Jochen Lengemann zum 75. Geburtstag, "Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Schwarzburg, Gleichen und Hohenlohe in Thüringen e.V., Schriften des Thüringischen Staatsarchivs Gotha 5", Jena 2013, S. 207 – 224

Reiner Schmalzle (Red.), Bewegende Ehrung für deportierte jüdische Mühläuser Bürger, in: „Thüringische Landeszeitung“ vom 12.5.2013

Peter Ernst/Harald Rockstuhl, Die Juden von Langensalza vom Mittelalter bis 1945, Bad Langensalza 2015

Tino Sieland (Red.), Mühlhausen erinnert an Weihe der Synagoge vor 175 Jahren, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 2.8.2016

Claudia Bachmann (Red.), Weitere zwölf Stolpersteine – Erstmals soll Opfern von Euthanasie und Widerstand gedacht werden, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 7.9.2016

Daniel Volkmann (Red.), Erneut Stolpersteine in Mühlhausen verlegt, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 23.11.2018

Auflistung der in Bad Langensalza verlegten Stolpersteine, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Bad_Langensalza

Andreas Lehnertz, Ein Privatbrief aus Mühlhausen in Thüringen: Zum vermutlich frühesten Brief in jiddischerr Sprache, in: „Heimat Thüringen“, Band 27/2020, S. 13/14

Claudia Bachmann (Red.), Synagoge in Mühlhausen soll wieder öffentlich werden, in: „Thüringische Landeszeitung“ vom 12.10.2020

Claudia Bachmann (Red.), Im Dezember weitere zwölf Stolpersteine für Mühlhausen, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 13.11.2020

Daniel Volkmann (Red.), Stolpersteine für Mühlhausen, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 30.11.2020

mdr-Thüringen (Red.), Stadt Mühlhausen übernimmt Synagoge, in: mdr.de vom 24.2.2021

Claudia Bachmann (Red.), Synagoge soll offen und erlebbar werden, in: „Thüringer Allgemeine“ vom 9.3.2021