Tschempin (Posen)

  Mapa Śrem - plan Śremu Tschempin/Czempin - südlich von Posen bzw. westlich von Schrimm gelegen - ist die poln. Kleinstadt Czempin mit derzeit ca. 5.300 Einwohnern (Ausschnitt aus hist. Karte, aus: wikiwand.com/de/Kreis_Schrimm und Skizze Polen mit Czempin markiert).

 

In Tschempin (Czempin) gab es bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges eine jüdische Gemeinde, die um die Mitte des 19.Jahrhundert mit ca. 300 Angehörigen ihren zahlenmäßigen Höchststand besaß.

Anfang der 1860er Jahre ließ die größer gewordene Gemeinde einen Synagogenneubau erstellen; das Gebäude ist bis in die Gegenwart baulich erhalten geblieben.

                   Ehem. Synagogengebäude - Aufn. um 2010 (aus: sztetl.org.pl) 

Eine um 1830 etablierte jüdische Grundschule existierte bis 1905.

Die Anlage eines jüdischen Friedhofs muss bereits gegen Ende des 18.Jahrhunderts erfolgt sein.

Juden in Tschempin:

--- 1793 ........................ ca. 160 Juden,

--- 1834 ............................ 257   “  ,

--- 1848 ............................ 301   “  ,

--- 1875 ............................ 230   “  ,

--- 1890 ............................ 153   “  ,

--- 1905 ............................  92   “  ,

--- 1923 ............................  18   “  ,

--- 1935 ........................ ca.  10   “  .

Angaben aus: Czempin, in: sztetl.org.pl 

 

Die Angehörigen der jüdischen Gemeinde, die sich gegen Ende des 19.Jahrhunderts vom streng-orthodoxen immer mehr der liberal-geprägten Glaubensausübung zuwandten, waren nun zunehmend in das kleinstädtische Leben integriert und stellten auch Angeordnete in der Kommunalvertretung.

                            Ortsmitte von Czempin - Postkarte, um 1930

Nach 1900 verließen zahlreiche jüdische Familien ihren Wohnort, um sich in Großstädten (zumeist in Berlin) eine neue wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Um 1930 lebten dann nur noch sehr wenige jüdische Bewohner in Tschempin/Czempin.

Anm. Während der deutschen Okkupationszeit (1939-1945) wurde der Ortsname in „Karlshausen“ abgeändert.

 

Vom einstigen jüdischen Friedhof, der während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde, sind heute keinerlei steinerne Relikte mehr vorhanden.

  

 

Weitere Informationen:

A.Heppner/J.Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, Koschmin - Bromberg 1909

Czempin, in: sztetl.org.pl