Tschempin (Posen)

 In Tschempin (poln. Czempin, derzeit ca. 5.300 Einw.) – südlich von Posen bzw. westlich von Schrimm gelegen – gab es bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges eine jüdische Gemeinde, die um die Mitte des 19.Jahrhundert mit ca. 300 Angehörigen ihren zahlenmäßigen Höchststand besaß.

Anfang der 1860er Jahre ließ die größer gewordene Gemeinde einen Synagogenneubau erstellen; das Gebäude ist bis in die Gegenwart baulich erhalten geblieben.

                   Ehem. Synagogengebäude (Aufn. um 2010, aus: sztetl.org.pl) 

Die Anlage eines jüdischen Friedhofs muss bereits gegen Ende des 18.Jahrhunderts erfolgt sein.

Juden in Tschempin:

--- 1793 ........................ ca. 160 Juden,

--- 1834 ............................ 257   “  ,

--- 1848 ............................ 301   “  ,

--- 1875 ............................ 230   “  ,

--- 1890 ............................ 153   “  ,

--- 1905 ............................  92   “  ,

--- 1923 ............................  18   “  ,

--- 1935 ........................ ca.  10   “  .

Angaben aus: Czempin, in: sztetl.org.pl

                            Ortsmitte von Tschempin (hist. Postkarte, um 1930)

Anm.: Während der deutschen Okkupationszeit (1939-1945) wurde der Ortsname in „Karlshausen“ abgeändert.

Vom einstigen jüdischen Friedhof, der während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde, sind heute keinerlei Relikte mehr vorhanden.

 

Weitere Informationen:

A.Heppner/J.Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, Koschmin - Bromberg 1909

Czempin, in: sztetl.org.pl