Abensberg (Bayern)

Abensberg (Bayern)

 Abensberg in KEH.svg Abensberg mit derzeit ca. 14.000 ist eine Kleinstadt im niederbayrischen Landkreis Kelheim - ca. 40 Kilometer östlich von Ingolstadt (Kartenskizze Hagar, 2010, aus: commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0).

 

Stadtansicht von Abensberg - 16. Jahrhundert (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Vom 14. bis zu Beginn des 16.Jahrhunderts bestand in Abensberg eine kleine jüdische Gemeinde. Deren Angehörige bestritten ihren Lebensunterhalt zumeist von der Pfandleihe und dem Geldhandel.

Ihre Wohnungen lagen in der Mahlergasse (früher ‚Judengasse‘); die Betstube ('sinagog') soll sich in der Schmidtgasse befunden haben. Aus dieser Zeit ist auch ein „Judenbrunnen“ genannt.

Zu den religiös-rituellen gemeindlichen Einrichtungen gehörte auch ein Friedhof in der Flur „Judenpühel“ (erstmals 1449 erwähnt) - außerhalb des Ortes an der Straße nach Offenstetten gelegen.

Im Kontext der Vertreibungen der Juden aus Bayern um 1450 (möglicherweise auch drei Jahrzehnte später) wurden die jüdischen Bewohner aus Abensberg ausgewiesen.

Nach der Vertreibung der jüdischen Familien aus Abensberg wurde vermutlich deren Friedhof zerstört und die Grabsteine als Baumaterial benutzt.

Das Gebiet des ehemaligen Friedhofsgeländes, das inzwischen eine Wohnbebauung besitzt, trägt heute den Straßennamen „Auf dem Judenbuckel“.

       Der ehemalige jüdische Friedhof in Abensberg (Kreis Kelheim)Straßenzeichnung "Auf dem Judenbuckel"

 

Weitere Informationen:

Israel Schwierz, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation, Hrg. Bayrische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, 2. Aufl., München 1992, S. 336

Abensberg, in: alemannia-judaica.de

Maximilian Georg Kroiß, „Auf dem Judenbuckel“. Abensberg und die Juden. Ein Versuch der Annäherung, in: "Abensberger Hefte – Beiträge zur Geschichte", No. 5, Abensberg 2021