Konstadt (Oberschlesien)

In Konstadt O.-S. (poln. Wolczyn, derzeit ca. 6.000 Einw.) - ca. 15 Kilometer nordwestlich von Kreuzburg gelegen - gab es eine jüdische Gemeinde, die in den 1860/1870er Jahren mehr als 200 Angehörige zählte; deren Gründung geschah in den 1840er Jahren. Erste jüdische Ansässigkeit war hier unter preußischer Herrschaft (nach 1842) schon ca. ein Jahrhundert früher erfolgt.

Neben dem 1812 angelegten Friedhof – etwa zwei Kilometer von der Ortsgrenze entfernt - gab es in Konstadt auch eine Synagoge, die Anfang der 1850er Jahre erbaut worden war. Etwa zwei Jahrzehnte später wurde auch eine jüdische Schule eingerichtet.

 Innenraum der Konstadter Synagoge (Postkarte von 1906)

Juden in Konstadt:

--- um 1790 .................. ca.  90 Juden,

--- 1845 ......................... 160   “  (ca. 11% d. Bevölk.),

--- 1867 ......................... 216   “  ,

--- 1925 ......................... 103   “  ,

--- 1932 .........................  80   “  (ca. 2% d. Bevölk.)

--- 1938 .........................  76   “  ,

--- 1942 .........................   7   “  .

Angaben aus: Wolczyn, in: sztetl.org.pl

                      http://static1.akpool.de/images/cards/73/732658.jpg Namslauerstraße (hist. Postkarte, um 1910)

Bis 1930 ging die Zahl der Gemeindemitglieder auf ca. 80 Personen zurück. Obwohl bis 1937 die jüdische Minderheit als „geschützt“ galt, setzte auch hier nach 1933 die antisemitische Ausgrenzungspolitik ein; die Einführung der „Nürnberger Gesetze“ in Konstadt (1937) wurde von antisemitischen Kundgebungen begleitet.

Nach der „Kristallnacht“ von 1938, in der das Bethaus und jüdisches Eigentum zerstört wurden, verließen die meisten der Konstadter Juden ihre Heimatstadt. Die sehr wenigen hier verbliebenen wurden Ende 1942 deportiert; ihr Schicksal ist unbekannt.

 

Auf dem jüdischen Friedhof sind einige Grabmäler in gutem Zustand erhalten geblieben; der älteste Stein stammt von 1833.

macewa na cmentarzu żydowskim w Wołczynie macewa na cmentarzu żydowskim w Wołczynie zwei Grabdenkmäler (Aufn. Małgorzata Płoszaj, aus: kirkuty.xip.pl)

 

Weitere Informationen:

The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 2), New York University Press, Washington Square, New York 2001, Vol. 2, S. 654

Adam Marczewski, Wolczyn. The International Jewish Cemetery Project, 2010

Wolczyn, in: sztetl.org.pl

Wolczyn, in: kirkuty.xip.pl