Ringendorf (Elsass)

Kreis Hagenau – Wikipedia Die kleine unterelsässische Ortschaft Ringendorf (frz. Ringendorff) mit derzeit kaum 500 Einwohnern liegt nur wenige Kilometer nördlich von Hochfelden bzw. ca. 20 Kilometer westlich von Hagenau (ohne Eintrag von Ringendorf, Ausschnitt aus hist. Landkarte).

In Ringendorf existierte eine kleine jüdische Gemeinde, die während der Zeit ihres Bestehens nie mehr als 65 Angehörige umfasste. Das um 1805/1810 errichtete Synagogengebäude – vier Jahrzehnte später erfolgte ein Umbau bzw. eine Vergrößerung - diente nach dessen Profanierung (um 1930) jahrzehntelang als landwirtschaftlicher Lagerraum.

 Ehem. Synagogengebäude in Ringendorf (Aufn. Rothé, um 1975)

Religiös-rituelle Aufgaben der Gemeinde besorgte - vermutlich zeitweise - ein jüdischer Lehrer.

Verstorbene Gemeindeangehörige wurden auf dem jüdischen Friedhof im nahen Ettendorf begraben.

Die jüdische Gemeinde Ringendorf gehörte zum Rabbinatsbezirk Brumath.

Juden in Ringendorf:

         --- 1784 .......................  5 jüdische Familien,

    --- 1807 ....................... 27 Juden,

    --- 1846 ....................... 63   “  ,

    --- 1861 ....................... 64   “  ,

    --- 1900 ....................... 65   “  ,

    --- 1910 ....................... 55   “  ,

    --- 1936 ....................... 15   “  .

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 32

In den 1930er Jahren war die jüdische Gemeinde in Auflösung begriffen.

Von den 1940 nach Südfrankreich deportierten jüdischen Dorfbewohnern wurden nach Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem neun Opfer der Shoa (namentliche Nennung der Personen siehe: alemannia-judaica.de/ringendorf_synagogue.htm).

Das einstige Synagogengebäude wurde gegen Mitte der 1990er Jahre abgerissen.

 

Weitere Informationen:

Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

Ringendorf, in: alemannia-judaica.de