Schleswig (Schleswig-Holstein)

Bildergebnis für stadt schleswig schlei karte Schleswig an der Schlei ist eine Stadt mit derzeit ca. 25.000 Einwohnern - zwischen Flensburg (im N) und Rendsburg (im S) - im Norden Schleswig-Holsteins gelegen; die ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Schleswig ist heute Kreisstadt des Kreises Schleswig-Flensburg (Karte MEs, 2008, aus: wikipedia.org, CC BY 2.5)

Im Laufe des 18.Jahrhunderts ließen sich einige jüdische Familien vorübergehend in Schleswig nieder. Aber erst in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts kann von dauerhaften Ansiedlungen gesprochen werden, wobei eine inzwischen bessere Infrastruktur wesentlich beitrug.

Eine eigenständige jüdische Gemeinde bestand in Schleswig seit dem Jahre 1854; diese verfügte aber über kein eigenes Synagogengebäude; so richtete man in einem angemieteten Raum im Bardenfleth’schen Stift, am heutigen Gallberg 3, einen Betsaal ein.

Zu dieser Zeit erreichte die Gemeinde mit knapp 120 Mitgliedern ihren zahlenmäßigen Höchststand; in den folgenden Jahrzehnten war ihre Zahl bereits wieder rückläufig. Ende des 19.Jahrhunderts waren nur noch 35 „Glaubensjuden“ in der Stadt, sodass die jüdische Gemeinde ihre Eigenständigkeit verlor; der angemietete Betsaal wurde um 1890 aufgegeben.

Nach einer Volkszählung lebten im Jahre 1925 in der Stadt Schleswig nur noch zehn jüdische Bewohner.

 

In der Michaelisstraße und in der Mönchenbrückstraße wurden drei sog. „Stolpersteine“ verlegt, die an Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern.

Stolpersteine Schleswig Michaelisstraße 27 Berek und Wolf Zarnowski.jpg Stolperstein Schleswig Mönchenbrückstraße 3 Isidor Horwitz.jpg Aufn. aus: wikipedia.org, CCO

 

Weitere Informationen:

Joachim Skierka, Juden in der Stadt Schleswig, in: "Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte", 35/1990, S. 16 ff.

Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945, Schleswig-Holstein I (Nördlicher Landesteil), VAS-Verlag, Frankfurt/M 1993, S. 190 f.

Erich Koch, Was nützt einem die Assimilation, wenn man Horwitz oder Weinberg heißt. Schicksale jüdischer Familien in Schleswig, in: Gerhard Paul/Miriam Gillis-Carlebach (Hrg.), Menora und Hakenkreuz. Zur Geschichte der Juden in und aus Schleswig-Holstein, Lübeck und Altona 1918 - 1998, Wachholtz Verlag, Neumünster 1998, S. 369 ff.

Erich Koch, Was nützt einem die Assimilation, wenn man Horwitz oder Weinberg heißt - Schicksale jüdischer Familien in Schleswig, o.J., S. 370 ff.

Bernd Philipsen (Red.), Jüdisches Leben in Scvhleswig - Erst geduldet, dann verfolgt, in: “Schlewiger Nachrichten“ vom 24.4.2019