Surburg (Elsass)

Bildergebnis für weißenburg elsass historische karte Surburg (frz. Surbourg) ist eine Kommune mit derzeit ca. 1.700 Einwohnern ca. 25 Kilometer südlich von Weißenburg/Wissembourg bzw. 15 Kilometer nördlich von Hagenau im Département Bas-Rhin der Region Elsass (ohne Karteneintrag von Surburg, Ausschnitt aus hist. Landkarte). 

In Surburg bildete sich im 16.Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, die in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts zeitweise mehrere hundert Angehörige umfasste.

Mitte des 16. Jahrhunderts genoss der Jude Lazarus von Surbourg das Vertrauen der Judenschaft der Region; in manchen schriftlichen Überlieferungen wird er als Nachfolger von Joselmann Rosheim gesehen; er selbst bezeichnete sich als "Lazarus, Jud von Surburg, Gemeiner Jüdischhait der Landvogtei bevelshaber".

Das älteste Synagogengebäude der Juden Surburgs datiert aus dem Jahre 1726; dieses wurde 1864 durch einen unscheinbaren Neubau ersetzt.

Surburg war von Mitte der 1780er Jahre bis 1865 Sitz eines Rabbinates; danach wurde das Rabbinat gemeinsam mit Sultz unterm Wald (Soultz-sous-Forêts) geführt; später ging der Rabbinatssitz allein an Sultz unterm Wald über. [vgl. Sultz unterm Wald (Elsass)]

Juden in Surburg (Surbourg):

         --- 1726 ................... ca. 320 Juden,

    --- 1784 .......................  30 jüdische Familien,

    --- 1807 ....................... 172 Juden,

    --- um 1830 ................ ca. 400   “  ,

    --- 1846 ....................... 296   “  ,

    --- 1861 ....................... 216   “  ,

    --- 1869/70 ................ ca. 230   “  ,

    --- 1910 .......................  47   “  ,

    --- 1936 .......................  keine.

Angaben aus: Michel Rothé/Max Warschawski, Les synagogues d’Alsace et lieur histoire, S. 43

In den 1820/1830er Jahren erreichte die jüdische Gemeinde mit ca. 400 Angehörigen ihren personellen Höchststand.

Mit der im letzten Viertel des 19.Jahrhunderts beginnenden Abwanderung der jüdischen Familien aus Surburg setzte der Niedergang der israelitischen Gemeinde ein; nach Ende des Ersten Weltkrieges löste sich diese schließlich ganz auf.

Mitte der 1930er Jahre wurde das Synagogengebäude verkauft und diente als Schulraum; gegen Ende der 1940er Jahre wurde es abgerissen.

Nachweislich sind vier aus Surbourg stammende jüdische Personen während der deutschen Okkupation gewaltsam ums Leben gekommen.

 

Heute erinnert - neben einer hebräischen Inschrift am Fachwerk eines Wohnhauses - nur ein historisches rituelles Bad in einem Privathause an die jüdische Geschichte von Surbourg.

 

Weitere Informationen:

E. Schwarz,Le Rabbinat de Surbourg – Soultz-sous-Forêts de 1784 – 1884, Auszug aus: BULLETIN ANNUEL DES AMIS DE LA TRADITION JUIVE pour l'Année Israélite 5685 (1925)

Michel Rothé/Max Warschawski Les Synagogues d’Alsace et lieur histoire, Jerusalem 1992

Surbourg/Elsass, in: alemannia-judaica.de